Zusammenarbeit der Schulgemeinschaft für mehr Sicherheit im Netz

„Gemeinsam für ein besseres Internet“ – unter diesem Motto tauschten sich heute über 200 Schülerinnen und Schüler, die als „Medienscouts“ in ihren Schulen im Einsatz sind, und Lehrkräfte sowie Verbraucherschutzminister Prof. Dr. Gerhard Robbers und Bildungsministerin Vera Reiß am europaweiten „Safer Internet Day“ in den Räumen des ZDF in Mainz aus. Im Vordergrund der zentralen Veranstaltung zu dem Aktionstag stand in Rheinland-Pfalz in diesem Jahr die Bedeutung des gemeinsamen Engagements von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern, um Chancen des Internets zu nutzen und sich zugleich auch vor den Schattenseiten zu schützen.

„Wenn es um das Internet geht, ist es wichtig, dass wir miteinander und voneinander lernen. Es ist wichtig, sich gegenseitig über Risiken aufzuklären, sich zu den neuesten Möglichkeiten und Anwendungen Tipps zu geben. Aber vor allem muss das Bewusstsein gestärkt werden, dass es wichtig ist, auch in der digitalen Welt, respektvoll miteinander umzugehen. Das Land bietet hierfür zusammen mit einer ganzen Reihe von Partnern Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auf verschiedenen Wegen Unterstützung.“ Das unterstrichen Bildungsministerin Vera Reiß und Verbraucherschutzminister Prof. Dr. Gerhard Robbers gemeinsam mit Blick auf mediale Ereignisse wie so genannte „Shitstorms“ oder das „Cybermobbing“.

„Eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen an den Schulen in Rheinland-Pfalz ‚Medienscouts‘. Denn ‚Medienscouts‘ unterstützen ihre Mitschülerinnen und Mitschüler bei Fragen rund um das Internet. Sie stehen dabei in engem Austausch mit Vertrauenslehrkräften und können darüber hinaus auch Eltern im sicheren Umgang mit digitalen Medien und dem Internet beraten“, lobte die Bildungsministerin das besondere Engagement der Schülerinnen und Schüler, die sich im Rahmen des Landes-programm „Medienkompetenz macht Schule“ zum „Medienscout“ ausbilden lassen.

Verbraucherschutzminister Robbers betonte: „Im Internet gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher und immer neuer kommerzieller Angebote, die Vorteile, aber auch Risiken bergen. Es ist unerlässlich, dass frühzeitig vermittelt wird, wie sich mögliche Urheberrechtsverletzungen verhindern lassen, mögliche Kostenfallen umgangen werden und auf welche Daten ein Dienst zugreift. Deshalb ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler frühzeitig lernen, Angebote und Geschäftsmodelle kritisch zu bewerten und sich sicher und selbstbestimmt im Internet zu bewegen. Die Medienscouts stehen ihren Mitschülerinnen und Mitschülern als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung und sind wichtige Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bei der Vermittlung von Medienkompetenz.“

Bildungsministerin Vera Reiß, die gemeinsam mit dem Verbraucherschutzminister bei einer Podiumsdiskussion mit „Medienscouts“ über die Bedeutung der umfassenden Zusammenarbeit für ein besseres Internet diskutierte, zeichnete zudem sieben Schulen aus, an denen die Medienscout-Arbeit bereits seit Jahren erfolgreich und nachhaltig umgesetzt wird (s. Liste im Anhang). Diese Schulen können sich nun mit dem Titel „MEDIENSCOUTSCHULE.rlp“ schmücken. „All diese Schulen haben in den vergangenen Jahren bewiesen, wie im Rahmen des Landesprogrammes ‚Medienkompetenz macht Schule‘ wirkungsvolle Konzepte für einen nachhaltigen Jugendmedienschutz entwickelt und erfolgreich umgesetzt werden können. Dabei geht der Einsatz weit über den Schulalltag hinaus. An den Medienscoutschulen zieht die gesamte Schulgemeinschaft an einem Strang und unterstützt sich gegenseitig dabei, die Chancen des Internets zu nutzen und gleichzeitig mit der digitalen Kommunikation einhergehende Risiken zu vermeiden. Seit Jahren belegt auch die große Zahl interessierter Schülerinnen und Schüler, die sich engagieren und mit hoher Verantwortungsbereitschaft zum ,Medienscout’ ausbilden lassen, die breite Akzeptanz für dieses Angebot“, betonte die Bildungsministerin.

Als „Medienscoutschule“ ausgezeichnet wurden:

das Emanuel-Felke-Gymnasium in Bad Sobernheim,
die Hildegardis-Schule in Bingen,
das Goethe-Gymnasium in Germersheim,
das Hohenstaufen Gymnasium in Kaiserslautern,
das Mons-Tabor-Gymnasium Montabaur,
die Berufsbildende Schule Gewerbe und Technik Trier und
die Schönstätter Marienschule in Vallendar.


Hintergrundinformationen:

Der Safer Internet Day (SID) ist ein von der Europäischen Union initiierter weltweiter Aktionstag, der die Bevölkerung und die Politik dazu bewegen soll, der Sicherheit im lnternet mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Er geht auf die Initiative der Europäischen Union und des EU-Netzwerkes INSAFE (lnternet Safety for Europe) zurück. Mitglieder im Netzwerk sind jeweils die Initiativen in den europäischen Staaten. In Deutschland ist dies die Initiative „klicksafe“, die mit den 25 Initiativen in allen europäischen Län-dern eng zusammenarbeitet. „klicksafe“ wird von einem Konsortium getragen, das von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz koordiniert wird. Das SID-Motto 2015 lautet: „Gemeinsam für ein besseres Internet“.

Den Aktionstag zum Safer Internet Day im Konferenzzentrum des ZDF in Mainz veranstalten das rheinland-pfälzische Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur sowie das Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz unter Mitwirkung der MedienKompetenzNetzwerke im Land und des Pädagogischen Landesinstituts (PL) Rheinland-Pfalz sowie weiterer Partner.

In Rheinland-Pfalz schließen am „Safer Internet Day“ traditionsgemäß Schülerinnen und Schüler ihre im Herbst begonnene ‚Medienscout‘-Ausbildung ab und befassen sich in unterschiedlichen Workshops mit Themen wie Rechtsextremismus und Pornografie im Internet, Open-Source-Software, Urheber- und Persönlichkeitsrechten und Cyber-Mobbing. Bisher wurden mehr als 1.600 Medienscouts an fast 100 Schulen ausgebildet. Unter Beteiligung eines Expertenteams der länderübergreifenden zentralen Kontrollstelle für den Jugendschutz im Internet – jugendschutz.net – und des MedienKompetenzNetzwerks Koblenz war 2009 im Rahmen des 10-Punkte-Programms der Landesregierung „Medienkompetenz macht Schule“ ein Konzept für diese Ausbildung erarbeitet worden, das seither in den Schulen umgesetzt wird und auf eine hohe Resonanz stößt.Auch in einem Workshop für Lehrkräfte dreht sich alles um Sicherheit im Netz. Seit Start des Landesprogramms haben sich mehr als 2.300 Lehrkräfte zu Jugendmedienschutzberaterinnen und -beratern ausbilden lassen.

Weitere Informationen im Internet unter: 
www.sid.rlp.de  (Safer Internet Day in Rheinland-Pfalz);
www.medienkompetenz.rlp.de  (Programm Medienkompetenz macht Schule) und
www.klicksafe.de  (Sicherheit im Internet)