Versorgung der Schulen mit Lehrkräften hat hohe Priorität

„Eine gute Unterrichtsversorgung in unseren Schulen hat für die Landesregierung nach wie vor sehr hohe Priorität und die Zahlen für das aktuelle Schuljahr belegen dies eindeutig. In den allgemeinbildenden Schulen ist es gelungen, 98,4 Prozent der Lehrerwochenstunden für den zu erteilenden Pflichtunterricht sowie die von den Schulen eingeplanten zusätzlichen Förder- und Differenzierungsangebote abzudecken. Damit hat sich die Versorgung im Jahresvergleich klar verbessert – um 0,5 Prozentpunkte. Noch deutlicher – nämlich um einen ganzen Prozentpunkt – konnte die Unterrichtsversorgung der berufsbildenden Schulen verbessert werden. Diese haben einen Versorgungsgrad von 95,5 Prozent.“ Das hielt Bildungsministerin Vera Reiß heute im Landtag bei der Beantwortung einer Mündlichen Anfrage der SPD-Fraktion fest.

Im Vergleich zum Beginn der Legislaturperiode fielen die Verbesserungen bei der Zuweisung mit Lehrkräften noch deutlich höher aus, erläuterte die Ministerin weiter. Im Schuljahr 2011/2012 hatten die allgemeinbildenden Schulen einen Versorgungsgrad von 97,6 Prozent und die berufsbildenden Schulen von 93,7 Prozent zurückgemeldet. Insbesondere vor dem Hintergrund einer Entwicklung bei den Schülerzahlen, die so von den Statistik-Fachleuten nicht erwartet worden war, sei diese Entwicklung ein gutes Zeugnis für alle Verantwortlichen. „Insgesamt wurden für die vier Schuljahre seit Beginn der Wahlperiode mehr als 4.650 voll ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer und Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger neu in den Schuldienst eingestellt“, sagte Vera Reiß.

Ein besonderes Augenmerk hätten Ministerium und Schulaufsicht dabei auf die so genannten Bedarfsfächer gelegt. „Nach wie vor könnte die Lage auf dem Lehrerarbeitsmarkt in einigen Fächern und Fächerkombinationen für Lehrämter an allgemeinbildenden Schulen als auch – und dies noch ausgeprägter – für das Lehramt an berufsbildenden bundesweit besser sein. Rheinland-Pfalz steht beim Lehrernachwuchs insgesamt im Ländervergleich vergleichsweise gut da, weil wir frühzeitig unsere Ausbildungskapazitäten ausgebaut haben. Insbesondere bei Fächern, die auch in der Wirtschaft gefragt sind, konnte allerdings damit nicht der gesamte Bedarf gedeckt werden“, führte die Bildungsministerin aus. Mit den jährlich neu auf den aktuellen Bedarf abgestimmten Broschüren zum Lehramtsstudium versuche das Land seit Jahren, junge Menschen für ein Lehramtsstudium zu interessieren und ihnen vor Studienaufnahme oder in der ersten Studienphase die am meisten erfolgversprechenden Wege aufzuzeigen – sowohl was die einzelnen Lehrämter angeht als auch mit Blick auf die Fächerkombinationen. Mit der Kampagne „Entdecke DIE LEHRE in Dir!“ werbe das Land seit einiger Zeit außerdem zusätzlich für das Lehramt an berufsbildenden Schulen, um den dort vorhandenen speziellen Lehrkräftebedarf besser decken zu können. Die Kampagne setze auf Anreize, die im Berufsfeld Schule und im Umgang mit jungen Menschen liegen, und die von glaubwürdigen Zeuginnen und Zeugen transportiert werden, die in berufsbildenden Schulen unterrichten. Mit Seiten- und Quereinsteigerprogrammen werde darüber hinaus seit Jahren erfolgreich versucht, Hochschulabsolventinnen und -absolventen, die einen Abschluss in schulischen Bedarfsfächern abgelegt haben, den Weg in die Schule zu ebnen.