Rheinland-Pfalz gleich zweimal unter den Finalisten beim Spitzencluster-Wettbewerb des BMBF

Große Chance für die Spitzenforschung in Rheinland-Pfalz: Gleich zwei Cluster, an denen rheinland-pfälzische Forscherinnen und Forscher mitwirken, sind durch eine international besetzte unabhängige Jury in die Endrunde des Spitzencluster-Wettbewerbs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gewählt worden.

„Über diese Nachricht freue ich mich ganz besonders, zeigt sie doch, dass Spitzenforschung in Rheinland-Pfalz sich im Wettbewerb behaupten kann. Allein, unter die letzten 10 Finalisten zu kommen, ist ein großer Erfolg, aber natürlich drücken wir den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Daumen, auch in der Endauswahl der zweiten Runde zu punkten“, freute sich Wissenschaftsministerin Doris Ahnen.

Die Finalisten sind nun aufgefordert, bis Oktober konkrete Anträge auszuarbeiten und einzureichen. Für die fünf Besten stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung als Ausrichter des Spitzencluster-Wettbewerbs insgesamt bis zu 200 Millionen Euro über einen Zeitraum von maximal fünf Jahren zur Verfügung.

Der Wettbewerb unterstützt strategische Kooperationen aus Wissenschaft, Wirtschaft und weiteren Akteuren der Region, sogenannte Cluster, die ihre Kräfte optimal bündeln. Ziel ist es, zukunftsfähige Innovationen zu stärken und Synergieeffekte zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nachhaltig für das Land zu nutzen.

Zur Abgabe eines Vollantrags aufgefordert wurde zum einen der Mainzer „Cluster of Individualized Immunointervention“. An ihm sind neben der Johannes Gutenberg-Universität und der Universitätsmedizin unter anderem auch das Institut für Mikrotechnik Mainz (IMM), das Max-Planck-Institut für Polymerchemie und Unternehmen wie beispielsweise Merck und Ganymed beteiligt. Mit seinem innovations- und wirtschaftsorientierten Ansatz wird dieser Cluster nicht nur Erfolge bei der Entwicklung von individualisierten Krebstherapiekonzepten erzielen. Der Cluster will auch dazu beitragen, in einer alternden Gesellschaft bezahlbare Medikamente zur Bekämpfung von Volkskrankheiten zu entwickeln. Zudem ist davon auszugehen, dass mit dem Cluster neue Arbeitsplätze und innovative Hightech-Unternehmen entstehen.

Der zweite Cluster ist ein gemeinsamer Cluster von Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland. Unter dem Titel „Softwareinnovationen für das digitale Unternehmen“ arbeiten hier unter anderem das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE), das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Unternehmen wie die SAP AG, die Software AG und IDS Scheer AG zusammen. Ziel ist es, die Potentiale moderner Informations- und Kommunikationstechnologien in Unternehmen umfassender zu nutzen. Dadurch sollen sie in die Lage versetzt werden, Softwareprogramme noch stärker im Prozess- und Produktionsablauf einzusetzen. Im „digitalen Unternehmen“ der Zukunft werden sich die gesamten Unternehmensabläufe durch innovative Softwaresysteme steuern lassen. Hierdurch können hochflexible und dynamische Geschäftsmodelle sicher realisiert werden.