Reiß: Perspektiven für Wissenschaftlichen Nachwuchs verbessern

Unter dem Thema „Perspektiven für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“ findet am 23. und 24. März die 65. Jahresversammlung des Deutschen Hochschulverbandes (DHV) in der Landeshauptstadt Mainz statt. Neben der rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministerin und Vorsitzenden der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) Vera Reiß nimmt auch die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Johanna Wanka, an der Tagung teil. Im Rahmen der heutigen öffentlichen Vortrags- und Diskussionsveranstaltung betonte Vera Reiß: „Die beruflichen Perspektiven junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern ist erklärtes Ziel der Landesregierung. Deshalb investieren wir einen großen Teil der Gelder, die mit der Übernahme der BAföG-Mittel durch den Bund jährlich frei werden – nämlich 25 Millionen Euro – zur Verbesserung der Beschäftigungssituation an den Hochschulen. Wenn wir wollen, dass die klugen Köpfe im Land bleiben bzw. aus anderen Regionen der Welt zu uns kommen, müssen wir ihnen hierfür auch verlässliche, langfristige Perspektiven bieten.“ Gleichzeitig begrüßte die rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerin den Vorstoß auf Bundesebene, bis zum 1. Januar 2016 ein Gesetz auf den Weg zu bringen, das jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern deutschlandweit sicherere berufliche Perspektiven bieten soll.

Im Februar hatten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wissenschaftsministerin Vera Reiß mit den Präsidenten der rheinland-pfälzischen Hochschulen Zielvereinbarungen unterzeichnet, in denen vereinbart wurde, wie die 25 Millionen Euro eingesetzt werden sollen. 200 zusätzliche Dauerstellen werden an den Hochschulen eingerichtet und 9 Mio. Euro stehen für Sachkosten zur Verfügung. Etwa 100 Stellen werden zur Entfristung von Arbeitsverträgen eingesetzt. „Damit reagieren wir auf die hohen Befristungsquoten an den Hochschulen. Wer eine Daueraufgabe übernimmt, soll dies auch auf einer Dauerstelle tun“, erklärte Vera Reiß und weiter: „Es ist ein Kulturwandel, dass die Universitäten mit der Unterzeichnung der Zielvereinbarungen zugesagt haben, künftig in größerem Umfang Juniorprofessuren mit tenure-Option auszustatten, also dem Ausblick auf eine unbefristete Professur. Unser Ziel ist, dass künftig jede zweite Juniorprofessorin bzw. -professor eine Zusage auf eine Dauerstelle bei erfolgreicher Evaluation der Leistungen erhält.“

Der DHV ist ein zentraler Mitgestalter der Hochschul- und Bildungspolitik in Deutschland. Er vertritt die hochschulpolitischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Interessen der Hochschullehrerinnen und -lehrer an Universitäten gegenüber Staat und Gesellschaft und setzt sich dabei besonders für die Belange junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein. Der DHV ist eine Service- und Informationseinrichtung für seine 28.000 Mitglieder. Die Jahrestagung wird einmal im Jahr einberufen, um verbandsweite Beschlüsse zu fassen und aktuelle Themen mit hochrangigen Gästen zu diskutieren. Seit 2004 ist Prof. Bernhard Kempen, Direktor des Institutes für Völkerrecht und ausländisches öffentliches Recht der Universität Köln, Präsident des DHV.