Martha-Saalfeld-Förderpreise: Land unterstützt begabte Autorinnen und Autoren bei aktuellen Projekten

Zum dreizehnten Mal vergibt das Land Rheinland-Pfalz die mit insgesamt 12.400 Euro dotierten Martha-Saalfeld-Förderpreise. Eine Fachjury hat sich in diesem Jahr für Ruth Johanna Benrath, Daniela Dröscher, Dieter M. Gräf und Wilma JungPrael entschieden. Die Auszeichnungen sind nach der aus der Pfalz stammenden Naturlyrikerin und Romanautorin Martha Saalfeld („Die Judengasse") benannt und werden für literarische Projekte vergeben, die noch nicht abgeschlossen sind.

„Ein Literaturpreis, der die Arbeit an einem im Entstehen befindlichen Werk finanziell unterstützt, ist ebenso wichtig wie ein Preis für ein veröffentlichtes Buch“, betonte Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur. Gerade die Arbeit an einem Buch koste viel Energie und sei ökonomisch oft wenig ertragreich. „Mit dem Martha-Saalfeld-Förderpreis möchten wir den Schreibprozess finanziell fördern, damit vielversprechende Arbeiten zum Abschluss gebracht werden können.“ Auch die diesjährige rheinland-pfälzische Kunstpreisträgerin Ursula Krechel hatte kürzlich darauf hingewiesen, wie sehr die Arbeit an einem Buch ein „Energiefresser“ auch in finanzieller Hinsicht sei. „Ursula Krechel weiß, wovon sie spricht“, so Ministerin Ahnen, „denn 1994 gehörte sie zu den ersten Martha-Saalfeld-Preisträgerinnen.“

Die Liste der mittlerweile über fünfzig Preisträgerinnen und Preisträger lese sich inzwischen wie ein Auszug aus dem Who is Who der deutschen Gegenwartsliteratur.

Ministerin Doris Ahnen verleiht die vier Förderpreise, die zu gleichen Teilen an die Preisträgerinnen und den Preisträger vergeben werden, im Rahmen einer Feierstunde am Montag, 16. November, 14 Uhr, im Kulturministerium in Mainz.

Ruth Johanna Benrath wurde 1966 in Heidelberg geboren und wuchs in Mainz auf. Nach dem Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie in Heidelberg und ihrer Promotion war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität in Berlin. „Rosa Gott wir loben dich“ heißt ihr erster Roman, der kürzlich im Steidl Verlag erschien und die Innenwelt wie auch die Außenwelt junger Mädchen aus deren Perspektive beschreibt. Er spielt an einem Mainzer Gymnasium. Für das Manuskript bekam die Autorin das Döblin-Stipendium der Berliner Akademie der Künste verliehen. Den Martha-Saalfeld-Förderpreis erhält Ruth Johanna Benrath für ihr neues Romanprojekt „Bald Wimpern aus Glas“.

Daniela Dröscher wurde 1977 in München geboren, ist in Becherbach bei Kirn aufgewachsen und lebt heute in Berlin. Sie hat in Trier und London Germanistik, Anglistik und Philosophie studiert und wurde an der Universität Potsdam zur Poetologie Yoko Tawadas promoviert. In diesen Tagen ist im Berlin Verlag ihr erster Roman erschienen mit dem Titel "Die Lichter des Georges Psalmanazar", der im London des achtzehnten Jahrhunderts spielt. Darüber hinaus hat ihr Theaterstück „Hundert Blumen machen Arbeit“ am Staatstheater Mainz am 18. September seine Uraufführung. Daniela Dröscher erhält den Martha-Saalfeld-Förderpreis für einen geplanten und bereits fortgeschrittenen Erzählungsband mit dem Arbeitstitel „Gloria“.

Dieter M. Gräf wurde 1960 in Ludwigshafen geboren; bereits mit seinem ersten, 1994 im Suhrkamp Verlag erschienenen Gedichtband „Rauschstudie: Vater + Sohn“ wurde er zu den interessantesten jungen Stimmen der deutschen Poesie gezählt. Diesem „entschieden neuen Ton“, wie die Kritik urteilte, blieb er auch in seinen nächsten Lyrikbänden treu bis hin zu dem 2008 in der Frankfurter Verlagsanstalt erschienenen „Buch Vier“. Nach Auszeichnungen mit dem Joseph-Breitbach-Preis 1995, dem Villa-Massimo-Stipendium Rom 2004 und dem Pfalzpreis für Literatur (2006) erhält er den Martha-Saalfeld-Förderpreis für den geplanten Gedichtband „Monster“, der sich Deutschland und seiner Geschichte zuwendet.

Wilma JungPrael wurde 1955 in Waldmohr in der Pfalz geboren und lebt heute, nach längeren Zwischenstopps in Berlin und Paris, in Liebshausen, einem kleinen Ort im Hunsrück. Sie hat Germanistik und Politikwissenschaften studiert, eine Magisterarbeit über Franz Kafka geschrieben und ihre Staatsexamina als Gymnasiallehrerin abgelegt. „Dazwischen. Im Blau“ heißt ihr letzter, 2007 in der „edition schrittmacher“ im Rhein-Mosel-Verlag erschienener Band mit „Poetischer Prosa“. Um den Martha-Saalfeld-Preis hat sich Wilma JungPrael mit einem Buchprojekt beworben, das eine Sammlung lyrischer Texte und poetischer Miniaturen unter dem Titel „Fragmente aus der Nacht“ umfasst.