Lernräume schaffen – Weiterbildungsminister Prof. Dr. Konrad Wolf verleiht Weiterbildungspreise an Projekte mit Vorbildcharakter

Die Landesregierung und der Landesbeirat für Weiterbildung Rheinland-Pfalz haben heute fünf herausragende Projekte mit dem Weiterbildungspreis 2016 ausgezeichnet.

Der Preis stand in diesem Jahr unter dem Motto „LernRÄUME schaffen“. Die moderne Gedächtnisforschung zeige, dass „bei jedem Inhalt, der als solcher gelernt wird, auch mitgelernt wird, wer diesen Inhalt vermittelt und wann und wo das Lernen stattfindet. Dieser Kontext – ob physisch greifbar oder virtuell – ist mitentscheidend für den Lernerfolg und wird zusammen mit dem Wissensinhalt abgespeichert“, sagte Weiterbildungsminister Konrad Wolf.

Mit dem Weiterbildungspreis Rheinland-Pfalz werden alle zwei Jahre herausragende Projekte der Weiterbildung ausgezeichnet. Die Auswahl obliegt einer Jury, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern aus der Wissenschaft, betrieblichen Weiterbildung, Gewerkschaft und den Bereichen Ehrenamt in der Weiterbildung und Medien sowie des Landesbeirats für Weiterbildung zusammensetzt. Die Aus-zeichnungen sind mit einem Preisgeld von jeweils 1.500 Euro verbunden.

„Durch digitale Entwicklungen findet Lernen in allen Bildungsbereichen immer öfter auch losgelöst von einem festen Raum in virtuellen Lernräumen statt, oder auch – wie beispielsweise in blended learning-Veranstaltungen – in einer kombinierten Version aus Präsenzphasen und digitalen Lerneinheiten. Die Weiterbildungsträger in Rheinland-Pfalz setzen sich mit den Fragen nach den Chancen und Herausforderungen des digitalen Wandels im Weiterbildungsbereich konstruktiv auseinander und schaffen mit ihren Angeboten und ihren Aktivitäten wichtige Zugänge zu neuen Lernräumen. Sie tragen so entscheidend zur Steigerung langfristiger individueller Lebenschancen bei und ermöglichen es Menschen, im beruflichen und öffentlichen Leben besser aktiv mitzuwirken. In einem Satz zusammengefasst kann man sagen: Die Weiterbildung in Rheinland-Pfalz schafft mit ihren Lernräumen wesentliche Voraussetzungen für die Bewältigung aktueller und zukünftiger Herausforderungen“, so Minister Wolf.

Darüber hinaus wurde erneut der Stiftungspreis „MedienKompetenz Forum Südwest“ für den innovativen Einsatz von Medien in der Weiterbildung vergeben.

Der Vorsitzende des Landesbeirats für Weiterbildung in Rheinland-Pfalz, der Ge-schäftsführer des Bildungswerks des Landessportbundes Rheinland-Pfalz e.V., Marco Fusaro, hob die große Vielfalt der Weiterbildungsmaßnahmen im Land hervor: „Die im Landesbeirat zusammengeschlossenen Organisationen sind Garanten für ein flächendeckendes und bedarfsorientiertes Angebot von Weiterbildungsveranstaltungen. Damit wollen wir den Interessen und Bedürfnissen unserer Teilnehmenden Lernräume schaffen und möglichst viele gesellschaftlich relevante Bereiche durch passgenaue Angebote abdecken. Ich freue mich deshalb ganz besonders, dass wir in diesem Jahr Projekte aus ganz unterschiedlichen Berei-chen auszeichnen konnten. Sie alle zeigen, wie nah die Weiterbildung an den Menschen und an ihren Fragen ist und welche Zugänge sie einzelnen eröffnet, sich weiter zu qualifizieren und aktiv in gesellschaftliche Prozesse einzubringen. Sie fördern, wie die Weiterbildung insgesamt, den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Mit dem Weiterbildungspreis 2016 wurden folgende Projekte ausgezeichnet:

1. Das „Herzsport Online-Seminar“, getragen vom Landesverband für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e.V. (mit Sitz in Koblenz) in Kooperation mit dem Landessportbund Rheinland-Pfalz und dem Bildungswerk des Landessportbundes Rheinland-Pfalz e.V. (die bei-den letztgenannten mit Sitz in Mainz): Im Mittelpunkt des Projektes steht die online gestützte Fortbildung von Übungsleitenden im Herzsport. Ein Wechsel aus tutoriell begleiteten Selbstlernphasen auf einer Onlineplattform sowie Prä-senzphasen ermöglichen es den Teilnehmenden, sich zeit- und ortsunabhängig wichtige neue Inhalte für die Trainingsleitung einer Herzsportgruppe anzueignen. 

2. Viele Menschen auch in Rheinland-Pfalz engagieren sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit insbesondere im Bereich der Sprachförderung. Ihnen eine Qualifizierung anzubieten, die sie in der konkreten Gestaltung dieses Engagements unterstützt, ist das Ziel das die Katholische Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz (mit Sitz in Mainz) mit dem Projekt „Qualifizierung für ehrenamtliche Sprachförderkräfte für Geflüchtete“ verbindet. Dabei stehen die Vermittlung zentraler Kompetenzen im Bereich Sprachförderung sowie die Diskussion von Chancen und Grenzen des ehrenamtlichen Engagements im Mittelpunkt.

3. Im Rahmen des Projektes „Die Werkhalle als Lernraum gestalten. Ein Basisqualifizierungsprojekt für un- und angelernte Mitarbeiter/innen in dem Unternehmen Fiege IDC“ eingereicht von ARBEIT & LEBEN gGmbH, Gesellschaft für Beratung und Bildung (mit Sitz in Mainz) wurde die Arbeitsstelle zum Lernort umgestaltet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Produktion haben die Möglichkeit, ihren Lernbedarf im Bereich Alphabetisierung und Grundbildung bedarfsorientiert in Seminaren vor Ort und während ihres alltäglichen Arbeitens zu decken. 

4. Eine ganz andere Stoßrichtung hat das ebenfalls heute ausgezeichnete Projekt "Werkstatt Neue Medien" der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz/ Landespolizeischule: Im Rahmen dieses Werkstattprojektes bearbeiten Studierende fachrelevante Themenstellungen aus der polizeilichen Praxis. Sie erforschen und erproben neue, internetgestützte Ermittlungsmethoden und stellen ihre Ergebnisse der polizeilichen Praxis als Konzepte sowie in Form von Fortbildungen zur Verfügung. 

5. Ebenfalls onlinegestützt ist das Projekt „weiter>bildung>>digital>>>“ in der Trägerschaft der Landesvereinigung für ländliche Erwachsenenbildung (mit Sitz in Bad Kreuznach) und dem Bildungswerk des Landessportbundes Rheinland-Pfalz e.V. (mit Sitz in Mainz) in Zusammenarbeit mit medien und bildung.com (mit Sitz in Ludwigshafen). Gemeinsames Ziel ist es, Szenarien des digitalen Lernens zu entwickeln, zu erproben und für einen Transfer in weitere Bereiche vorzubereiten. Dabei geht es darum, mediale Lernräume zu eröffnen, Lernen zu jeder Zeit und an jedem Ort möglich zu machen sowie die Medienkompetenz von Erwachsenen aufzubauen bzw. zu verbessern.

Den Stiftungspreis „MedienKompetenz Forum Südwest“ erhält in diesem Jahr die David Roentgen Schule, BBS Neuwied (mit Sitz in Neuwied) für das Projekt „In-dustrie4.0@school“. Im Rahmen eines interaktiven Lernprojekts können junge Erwachsene an einem realen, funktionierenden Industrie 4.0-Produktionsszenario die Arbeitsweise und Philosophie von Industrie 4.0 testen und ausprobieren. Die Schülerinnen und Schüler bieten darüber hinaus für Firmen, Betriebe und andere Schulen Workshops und Führungen zum Thema Industrie 4.0 an. Auf diese Weise werden junge Erwachsene an ein Zukunftsthema herangeführt und gleichzeitig in ihrem kompetenten Umgang mit Medien gestärkt.