Lehrkräfte auf inklusiven Unterricht vorbereiten – Neuer Dokumentarfilm zeigt Umsetzung schulischer Inklusion im Land

„In Rheinland-Pfalz haben Eltern von behinderten Kindern das Recht, zwischen dem inklusiven Unterricht an einer Schwerpunktschule und dem Unterricht an einer Förderschule zu wählen. Dies ist Ausdruck unserer Auffassung, dass Menschen mit Behinderungen selbstverständlich zu unserer Gesellschaft dazugehören sollen. Das bedeutet auch: Alle Lehrkräfte – sowohl die künftigen als auch die bereits im Dienst befindlichen – müssen auf inklusives Unterrichten vorbereitet und bei der Umsetzung begleitet werden“, das betonte Bildungsministerin Vera Reiß heute im Rahmen eines „Tages der Inklusion“ zu dem sich etwa 100 Anwärterinnen und -anwärter für das Grundschullehramt am Staatlichen Studienseminar im südpfälzischen Rohrbach trafen. Im Mittelpunkt stand die Vorbereitung der Lehrkräfte auf den inklusiven Unterricht im Rahmen der Lehrkräfteausbildung und die Vorstellung gelingender Beispiele aus der Praxis. Dabei wurde erstmals der Dokumentarfilm „Jedes Kind ist einzigartig. Die inklusiven Schulen in Rheinland-Pfalz“ des Filmemachers und Pädagogen Dr. Paul Schwarz vorgestellt, der den inklusiven Alltag an Schulen und in der Lehrkräfteaus- und -fortbildung in Rheinland-Pfalz umfassend beleuchtet.

Bildungsministerin Vera Reiß stellte den zukünftigen Lehrkräften das Landeskonzept zur schulischen Inklusion vor und betonte, dass die Weiterentwicklung der Inklusion im schulischen Bereich und der nachfrageorientierte Ausbau inklusiver Bildungsangebote wichtige Ziele der rheinland-pfälzischen Landesregierung seien. Ein Schwerpunkt dabei bilde die Lehrkräfteausbildung sowie das Fort-, Weiterbildungs- und Beratungsangebot für Lehrerinnen und Lehrer. 

Wie dies in der Praxis geschieht, veranschaulicht der Film „Jedes Kind ist einzigartig. Die inklusiven Schulen in Rheinland-Pfalz“. Mit der Dokumentation bietet der Filmemacher Dr. Paul Schwarz Antworten auf Fragen, die angehende Lehrkräfte und die Öffentlichkeit interessieren: Wie sieht inklusiver Unterricht konkret aus? Wie kann im  gemeinsamen Unterricht den unterschiedlichen Stärken und Interessen entsprochen werden? Und wie werden Lehrkräfte auf den inklusiven Unterricht vorbereitet? Nach intensiver Recherche hat der Regisseur mehrere Schwerpunktschulen besucht, an denen Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderungen gemeinsam lernen. Der Film zeigt, wie Lehrkräfte im Bereich Inklusion aus- und fortgebildet werden, wie Schulen durch das Pädagogische Landesinstitut beraten sowie Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet und passgenau gefördert werden. Außerdem kommen im Film Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern und weitere Akteure zu Wort. „Paul Schwarz zeigt ganz konkret, wie Artikel 24 der UN-Behindertenrechts-konvention in unseren Schulen bereits umgesetzt wird und auch, was noch zu tun bleibt. Sein Film ist die erste umfassende Darstellung der Umsetzung der schulischen Inklusion in Rheinland-Pfalz und bietet viel Anschauungsmaterial für Pädagoginnen und Pädagogen ebenso wie für interessierte Bürgerinnen und Bürger“, sagte die Bildungsministerin. 

Für Lehramtsstudierende in Rheinland-Pfalz ist Inklusion bereits heute verpflichtender Bestandteil des Studiums. Im Vorbereitungsdienst wird an das Wissen und die Kompetenzen aus dem Studium angeknüpft. Alle angehenden Lehrkräfte erwerben inklusionspädagogische Basiskompetenzen, insbesondere durch Kooperationen mit Expertinnen und Experten aus dem Förderschulbereich. Für fertig ausgebildete Lehrkräfte bietet das Pädagogische Landesinstitut eine Vielzahl an Beratungs- und Fortbildungsangeboten.