Kultur heißt willkommen

Die überragende Bedeutung von Kunst und Kultur für die Völkerverständigung und die Integration von Migrantinnen und Migranten unterstreichen Kulturministerin Vera Reiß und Integrationsministerin Irene Alt im Vorfeld des „Welttags der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung“ am 21. Mai. Der Welttag, der im Jahr 2001 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ausgerufen wurde, soll das öffentliche Bewusstsein für kulturelle Vielfalt und ihre Werte stärken. Vera Reiß und Irene Alt betonten, die integrative Kraft von Kunst und Kultur zu nutzen, sei auch das Ziel der neuen Initiative „Kultur heißt willkommen“. Mit dieser Initiative, die das Kulturministerium ins Leben gerufen hat, sollen gemeinsam mit dem Integrationsministerium vor allem neu ins Land gekommene Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz angesprochen werden.

„Rheinland-Pfalz ist ein weltoffenes Land – gerade auch, wenn es um Kultur geht. Musik, bildende Künste, Theater und Tanz ermöglichen Verständigung und Austausch auch über sprachliche Grenzen hinweg. Die Kulturszene unseres Landes trägt mit viel und – erfreulicherweise sehr oft auch ehrenamtlichem – Engagement dazu bei, dass sich Menschen, die neu zu uns kommen, hier auch willkommen fühlen“, unterstrichen Vera Reiß und Irene Alt. Die Initiative „Kultur heißt willkommen“ wolle dieses Engagement bündeln, stärker sichtbar machen und vernetzen.

Zahlreiche Kultureinrichtungen – große Theater und Orchester ebenso wie soziokulturelle Einrichtungen im ländlichen Raum, Musik- und Kulturvereine oder Chöre aber auch einzelne Künstlerinnen und Künstler engagierten sich und sprächen Flüchtlinge, die nach Rheinland-Pfalz kommen, mit ihren Programmen an, unterstrich die Kulturministerin. Sie böten ihnen die Chance, die Kulturlandschaft des Landes kennenzulernen, und die Gelegenheit, selbst kreativ zu sein. So hatte erst gestern das Philharmonische Staatsorchester Mainz zu einem kostenfreien Konzert mit dem syrischen Klarinettisten Kinan Azmeh in das Kleine Haus des Staatstheaters in der Landeshauptstadt eingeladen. Andere Künstler, wie der Fotograf Thomas Brenner, machen die Situation von Flüchtlingen selbst zum Thema ihrer Arbeit. Brenner gab den Betroffenen in Kaiserslautern auf großen Plakaten stadtweit ein Gesicht. Mit Unterstützung der Landesregierung im Rahmen des Kultursommers möchte er dieses Projekt nun auch an anderen Standorten in Rheinland-Pfalz realisieren. In anderen Projekten lernen Kinder und Erwachsene, die aus ihren Heimatländern geflohen sind, zum Beispiel die Museen des Landes kennen oder nehmen an Kunst- und Musikkursen teil. Viele Flüchtlinge bringen sich mit ihrer Kreativität und ihrem künstlerischem Können aber auch selbst in Projekte ein. So wurde etwa im Rahmen des internationalen Festivals „Offene Welt“ im Ludwigshafener Theater im Pfalzbau das Theaterstück „Mahala International“ mit jungen Flüchtlingen realisiert. Der Tufa Tanz e.V. in Trier wiederum arbeitete für das „Winterfest – Inklusionstheater“ mit syrischen Tänzern zusammen, die in der zentralen Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Trier lebten. 

Einen Querschnitt der rheinland-pfälzischen Kulturarbeit für Flüchtlinge, der sich durch alle kulturellen Genres zieht, wollen das Kulturministerium und das Integrationsministerium bei einer gemeinsamen Veranstaltung im Rahmen der Initiative „Kultur heißt willkommen“ am 14. Juni im Landesmuseum Mainz vorstellen. Zugleich soll die Veranstaltung Gelegenheit zum weiteren Austausch von Kulturszene, Akteuren der Flüchtlingshilfe, Flüchtlingen selbst und weiteren Interessierten bieten.