„Junge Menschen an Planungen beteiligen“

Die Ortsgemeinde Bodenheim, die Stadt Pirmasens und die Stadt Polch haben den zweiten Landeswettbewerb „Kinder-, jugend- und umweltfreundliche Gemeinde durch Spielleitplanung“ gewonnen, den Umwelt- und Jugendministerium gemeinsam ausrichten. Umweltministerin Margit Conrad und Jugendministerin Doris Ahnen würdigten in ihrer Gratulation das intensive Engagement dieser Kommunen für die Interessen und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen. Den drei Gewinnerinnen händigte Umweltministerin Conrad - auch im Namen von Jugendministerin Ahnen - heute in einer Feierstunde eine Urkunde und einen symbolischen Scheck in Höhe von jeweils 2.000 Euro aus.

„Die Landesinitiative ,Kinderfreundliches Rheinland-Pfalz' wird in Projekten konkret - das zeigt die Spielleitplanung. Kinder und Jugendliche beteiligen sich schon in der Planungsphase aktiv an der Gestaltung ihres Lebensumfeldes, übernehmen Verantwortung und bestimmen so ihre Zukunft mit“, stellen die Ministerinnen Conrad und Ahnen fest. Mit der Spielleitplanung sei es Rheinland-Pfalz als erstem Bundesland gelungen, im Sinne der Agenda 21 eine effiziente und praktikable Verbindung zwischen umweltgerechter Planung und Pädagogik zu schaffen. Überall, ob bei Stadt-, Bebauungs-, oder Verkehrsplanungen, seien die Interessen von Kindern und Jugendlichen berührt. „Hier setzt die Spielleitplanung an. Ihr zentraler Aspekt ist die konsequente Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei den räumlichen Planungsprozessen“, so die Ministerinnen.

„Kinder brauchen Plätze und Orte, die ihre Entwicklung anregen und fordern, sie brauchen sichere vernetzte Wege und Kommunikation - beim Spielen, auf Schul- und anderen Wegen“, sagt Ministerin Conrad. „Spielleitplanung nimmt die Sicht der Kinder ein. Kinder beobachten, nach ihren Bedürfnissen Planungen zu entwickeln und mit den Anforderungen der Eltern zu verbinden, darin besteht die Herausforderung.“

Alle 2009 eingesandten Bewerbungen wurden durch eine unabhängige Jury geprüft, in der Expertinnen und Experten der Kommunalen Spitzenverbände, der Architektenkammer, der Hochschule, der Kinder- und Jugendhilfe sowie aus dem Naturschutzbereich vertreten waren.

Die ausgezeichneten Kommunen

Bodenheim ist bereits im Jahr 2000 mit der Spielleitplanung als Modellgemeinde gestartet, hat Kontinuität bewiesen und mit vielen Projekten, gerade im Verkehrs- aber auch Umweltbereich, sehr aktiv an der Spielleitplanung gearbeitet. Betont wird die konsequente Beteiligung von Kindern und Jugendlichen und deren Eltern an allen Prozessen sowie die mit hohem Engagement durchgeführten Streifzüge mit Jungen und Mädchen zur Erfassung ihrer Spiel- und Aufenthaltsbereiche. Auch die gelungene Öffentlichkeitsarbeit z. B. durch „Kinderstrafzettel“ für parkende Autos in Spielbereichen wurde gelobt. In der Ortsgemeinde Bodenheim leben 7.500 Einwohnerinnen und Einwohner, davon 1.100 Kinder und Jugendliche.

Die Stadt Pirmasens hat knapp 45.500 Einwohner mit  fast 7.000 Kindern und Jugendlichen. Die Spielleitplanung sei  politisch und auch als  Querschnittsaufgabe in der Verwaltung  sehr gut verankert. Gelobt wurde der Mut, ein so großes Bearbeitungsgebiet  - die Innenstadt und 3 Stadtteile -  der Planung zugrunde zu legen. Zwei Drittel von 38 Projekten seien in nur dreieinhalb Jahren umgesetzt worden. Es wurden neue Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten geschaffen, wie ein „Bodentrampolin“ nach Ideen von Kindern und Jugendlichen an einem zentralen Platz im Innenstadtbereich. Auch die Sicherung von Schulwegen oder die Rückgewinnung von Verkehrsraum zugunsten von Spiel- und Aufenthaltsbereichen für Kinder und Jugendliche wurde hervorgehoben.

Kontinuität und eine starke Beteiligung der Verwaltung an der Spielleitplanung gehören zu den Stärken der Stadt Polch mit 6.900 Einwohnern, davon 1.533 Kinder und Jugendliche. Es wurden zukunftsfähige Strukturen zur Weiterentwicklung und Fortführung der Spielleitplanung geschaffen. Kinder und Jugendliche werden konsequent beteiligt - etwa bei Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Auf einer neu geschaffenen Freifläche entstanden mit junger Unterstützung Klettergärten und Jugendliche sorgten während eines Graffiti Workshops für eine attraktive Gestaltung ihrer Half-Pipe.

Die Jury hob zudem das große Engagement bei der Anwendung und Umsetzung der Spielleitplanung in den Gemeinden Longuich und Reinsfeld, die auch am Wettbewerb teilgenommen hatten, hervor.