Jüdische und muslimische Schülerinnen und Schüler aus Israel besuchen Rheinland-Pfalz

Toleranz zwischen Rhein und Jordan – unter diesem Motto steht ein Austauschprogramm zwischen Jugendlichen aus Israel und Rheinland-Pfalz, das in der kommenden Woche mit dem Besuch von fünf jüdischen und fünf muslimischen Schülerinnen und Schülern aus Israel in Rheinland-Pfalz startet. Am Donnerstag, 20. August um 9.15 Uhr, werden die zehn israelischen Jugendlichen und die zwölf an dem Austausch beteiligten Schülerinnen und Schüler aus dem Land von Ministerpräsidentin Malu Dreyer empfangen.

Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz, die derzeit intensiv an einer vertraglich abgesicherten Bildungskooperation mit dem israelischen Bildungsministerium arbeitet, will mit dem Schüleraustausch einen eigenen Beitrag zum 50. Jubiläumsjahr der Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel leisten. Partner des Landes ist dabei Givat Haviva, die älteste und größte Bildungs- und Begegnungseinrichtung auf dem Feld der jüdisch-arabischen Verständigungsarbeit in Israel, mit der das Land seit mehr als 20 Jahren bereits zahlreiche gemeinsame Projekte vor allem auf dem Feld des Jugend- und Fachkräfteaustausches realisiert hat.

Die israelischen Schülerinnen und Schüler sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Givat-Haviva-Projektes „face to face – Erziehung zu Toleranz und Pluralismus“. Auf rheinland-pfälzischer Seite werden Jugendliche teilnehmen, die sich in Schülervertretungen, in Schülerzeitungsredaktionen oder in schulischen Arbeitsgruppen auf dem Feld der Demokratiebildung engagieren. Ziel des Austausches ist es, dass die Jugendlichen sich zum einen mit Themen der gemeinsamen Geschichte und Fragen der Konfliktbewältigung und zum anderen mit dem Alltag der jeweils anderen befassen und über dieses Kennenlernen Klischees abbauen und die Partnerinnen und Partner als „normale“ Jugendliche wahrnehmen. Daneben sollen sich die Schülerinnen und Schüler vor dem Hintergrund aktueller und historischer Entwicklungen mit der Entstehung von Vorurteilen, Rassismus und Extremismus beschäftigen. Die dazu geplanten Workshops sowie kreativen, musischen und sportlichen Aktivitäten sollen insbesondere der Demokratieerziehung und der Extremismusprävention dienen und so auch einen Beitrag zur israelisch-deutschen Freundschaft leisten.

Außerdem wird die deutsch-israelische Gruppe ein abwechslungsreiches Ausflugsprogramm erleben. Als Stationen stehen dabei unter anderem die Gedenkstätte Point Alpha an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze, das historische jüdische Erbe in Speyer, das Mittelrheintal oder der Pfälzer Wald auf dem Programm. Ein Gegenbesuch der deutschen Schülerinnen und Schüler in Israel ist für die Sommerferien 2016 vorgesehen und befindet sich in der Planung.