Industrie 4.0 kommt in die Schule - Kooperationsvertrag zwischen Land und VDW-Nachwuchsstiftung

Die rasante Digitalisierung der industriellen Produktion – bekannt unter dem Schlagwort Industrie 4.0 – ist auch für die Lehrkräfte und für Schülerinnen und Schüler in den berufsbildenden Schulen eine echte Herausforderung. Gemeinsam mit der 2009 gegründeten Nachwuchsstiftung des Verbands Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW-Nachwuchsstiftung) will das Land Rheinland-Pfalz daher für mehr Angebote zu diesem Thema für die Schülerinnen und Schüler als auch in der Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften sorgen. Bildungsstaatssekretär Hans Beckmann und Peter Bole, Leiter der VDW Nachwuchsstiftung in Frankfurt am Main, unterzeichneten dazu heute in Mainz einen Kooperationsvertrag.

Staatssekretär Beckmann unterstrich: „Im Bereich der Fachkräftesicherung sind wir in Rheinland-Pfalz gut aufgestellt. Das verdanken wir nicht zuletzt der guten Arbeit und dem Engagement der Lehrkräfte in den berufsbildenden Schulen. Mit der Kooperation wird ein weiterer wichtiger Schritt unternommen, um den Fachkräftebedarf der Zukunft zu sichern.“ Peter Bole betonte: „Die Werkzeugmaschinenindustrie bringt ihre Produkte mit sehr hoher Innovationsgeschwindigkeit auf den Markt. Das kann nur mit hoch qualifiziertem Personal und einer hohen Qualität in der beruflichen Bildung geleistet werden. Wir brauchen daher dringend eine enge Kooperation zwischen den Schulen, der Bildungspolitik und der Industrie.“

Im Wesentlichen geht es in dem Kooperationsvertrag um einen intensiven Wissens- und Technologietransfer aus der Werkzeugmaschinenindustrie in die Berufsschulen aber auch um einen Beitrag zur besseren Berufsorientierung in den allgemeinbildenden Schulen. Der Vertrag ermöglicht Lehrkräften im Metallbereich der berufsbildenden Schulen die Teilnahme an Qualifizierungen und fachlichen Workshops. Die Fortbildungsveranstaltungen werden von professionellen Schulungsanbietern aus der Industrie durchgeführt und schließen mit einem Zertifikat ab. Für Schülerinnen und Schüler in allgemeinbildenden Schulen will die VDW-Nachwuchsstiftung zudem Angebote zur Intensivierung der Berufsorientierung machen beispielsweise durch Einladungen und fachkundige Führungen auf Branchenmessen. Geplant ist zudem die Entwicklung eines Qualitätssiegels für die Zertifizierung von berufsbildenden Schulen mit einem besonders ausgeprägten Profil im Bereich der Ausbildung für die rechnergestützte Fertigung.

Hintergrund:
Die VDW-Nachwuchsstiftung wurde Anfang 2009 vom VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), Frankfurt am Main, gegründet. Der Verband hat damit seine zahlreichen Aktivitäten für die Verbesserung der Ausbildung in den Metallberufen und für die Werbung um mehr und besseren Nachwuchs unter einem Dach gebündelt. Eine Stiftung als Organisationsform ermöglicht es, diese Aufgabe unabhängig von tagesaktuellen Entwicklungen nachhaltig zu erfüllen und interessierte Partner einzubinden. Zu den Zielen der VDW-Nachwuchsstiftung gehört die Werbung für technische Berufe, die Verbesserung der technischen Berufsausbildung durch Aktualisierung von Bildungsinhalten und Curricula, die Entwicklung und Durchführung bedarfsgerechter Fortbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen und für Ausbilder aus der Werkzeugmaschinenindustrie und die Förderung qualifizierter Nachwuchskräfte mit regionalen Kooperationspartnern.Mit den Bundesländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein hat die VDW-Stiftung bereits vergleichbare Kooperationsverträge abgeschlossen.