Immaterielles Kulturerbe gesucht

2016 konnten mit dem Forster Hanselfingerhut-Spiel und der Töpfertradition Westerwälder Steinzeug zwei wertvolle Kulturformen aus Rheinland-Pfalz für die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes nominiert werden. Bis Ende Oktober besteht nun erneut die Möglichkeit, Traditionen und Brauchtümer in die nationale Liste eintragen zu lassen.

Die Bundesrepublik Deutschland ist im Jahr 2013 dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes beigetreten. Seitdem werden lebendige Traditionen und Praktiken gesucht, die den Kulturträgern ein Gefühl von Identität und Kontinuität vermitteln. Dazu zählen etwa gesellschaftliche Bräuche, darstellende Künste, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und handwerkliche Fertigkeiten. 2016 war Deutschland mit seiner ersten UNESCO-Nominierung der Genossenschaftsidee erfolgreich, ein Antrag, der länderübergreifend in Rheinland-Pfalz und Sachsen vorbereitet wurde.

Gruppen, Gemeinschaften oder Einzelpersonen, die Träger von kulturellen Ausdrucksformen sind, können sich bis Ende Oktober 2017 zum dritten Mal um die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes bewerben. Die Eintragung in dieses Verzeichnis stellt eine öffentlich sichtbare Anerkennung dar. Im bundesweiten Verzeichnis befinden sich derzeit 68 Kulturformen und vier modellhafte Erhaltungsprogramme, sogenannte Gute-Praxis-Beispiele. Es soll von Jahr zu Jahr wachsen und langfristig die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in und aus Deutschland sichtbar machen. 

Das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur und die Deutsche UNESCO-Kommission laden für den 8. September 2017 zu einer Informationsveranstaltung zum Immateriellen Kulturerbe in Kaiserslautern in die Atlantische Akademie Rheinland-Pfalz (16:00 bis 18:30 Uhr, Lauterstraße 2, 67657 Kaiserslautern) ein.

Potenzielle Träger des lebendigen Kulturerbes und weitere am Thema Interessierte können sich über Inhalt und Ziele des Übereinkommens sowie Teilhabemöglichkeiten und das Anmeldeverfahren in Deutschland informieren. Expertinnen und Experten stellen das erfolgreiche Fallbeispiel der Töpfertradition Westerwälder Steinzeug vor.


Anmeldung zur Veranstaltung unter: ike(at)mwwk.rlp.de und  ike(at)unesco.de. Die Teilnahme ist kostenfrei.