„Genossenschaftsidee“ übergibt UNESCO-Bewerbungs-Dossier

Als erste deutsche Nominierung für die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes bei der UNESCO wurde heute die Bewerbung der „Genossenschaftsidee“ an das Auswärtige Amt übergeben. Als Vertreter aus Rheinland-Pfalz waren Josef Zolk für die Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft und Kulturstaatssekretär Walter Schumacher bei dem Festakt in Berlin. „Die im Westerwald entstandene ‚Genossenschaftsidee‘ ist heute noch sehr aktuell“, sagte Walter Schumacher und ergänzte: „Rund 1 Milliarde Menschen auf der Welt sind Mitglieder von Genossenschaften.“ Auch Bundesstaatsministerin für Kultur, Frau Professor Monika Grütters, und die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Staatsministerin Brunhild Kurth, nahmen teil. Das Auswärtige Amt wird die Unterlagen in diesem Monat offiziell bei der UNESCO in Paris einreichen. Im Rahmen der Veranstaltung wurden zudem die ersten 27 Traditionen und Wissensformen, die in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurden, feierlich ausgezeichnet.

Die KMK hatte im vergangenen Dezember beschlossen, die „Genossenschaftsidee“ als erste deutsche Nominierung für die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes bei der UNESCO vorzulegen. Mit ihrer Auswahl folgte die KMK uneingeschränkt den Empfehlungen des Expertenkomitees bei der Deutschen UNESCO-Kommission. Über eine Aufnahme wird die UNESCO frühestens Ende 2016 entscheiden. Konzipiert wurde der Antrag für die „Genossenschaftsidee“ als gemeinsamer Vorschlag der Deutschen Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft mit Sitz in Hachenburg und der Deutschen Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft, die in Delitzsch/Sachsen beheimatet ist. Die „Genossenschaftsidee“ beschreibt eine Form der bürgerlichen Selbsthilfe auf Grundlage von Kooperationen, die sich an den unterschiedlichen regionalen Gegebenheiten der einzelnen Mitglieder ausrichten. Soziale Eigenverantwortung und Wirtschaftlichkeit gehen hierbei Hand in Hand. 

Die „Genossenschaftsidee“ ist eine von 27 Traditionen und Wissensformen, die Deutschland Ende 2014 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurden. Dahinter stehen Fertigkeiten, Künste oder Ideen, die die Gesellschaft in ihrer kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung, aber auch in ihrem Verständnis von Freiheit und Selbstbestimmung weitergebracht haben und die in ihrer Art weltweit einzigartig sind. Neben der „Genossenschaftsidee“ ist Rheinland-Pfalz gemeinsam mit Hessen an einem weiteren Eintrag des bundesweiten Verzeichnisses beteiligt, der „Morsetelegraphie“. 

Weitere Informationen: www.unesco.de/immaterielles-kulturerbe