Gemeinsam mit Eltern Medienkompetenz stärken

Medienkompetenz ist ein zentraler Bildungsauftrag, der nicht am Schultor endet. Eltern sind wichtige Partner, wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche für den verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet und den digitalen Medien zu sensibilisieren. Die rasante technologische Entwicklung führt dazu, dass viele Eltern sich nicht ausreichend informiert und manchmal sogar vom Wissen ihrer Kinder überholt fühlen. „Damit Eltern ihren Kindern als Vorbilder und Vertrauenspersonen mit wertvoller Lebenserfahrung Hilfestellung und Rat geben können, wollen und müssen sie selbst Bescheid wissen, was sich hinter Web 2.0, Smartphone, WhatsApp und Co. verbirgt. Deshalb bieten wir als eine tragende Säule unter dem Dach des Landesprogramms ‚Medienkompetenz macht Schule‘ seit 2008 Elterninformationsabende an und konnten inzwischen mehr als 43.000 Eltern mit Informationen, Hinweisen und Tipps zur Mediennutzung unterstützen. Wenn alle an Schule Beteiligten – Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern – sich gemeinsam und auf Augenhöhe zu den Chancen und Risiken austauschen, gelingt es am besten die Vorzüge der Digitalisierung zu nutzen.“ Das sagte Bildungsministerin Vera Reiß beim 1.000 Elternabend, der im Rahmen des Landesprogramms heute in Bingen an der Realschule plus „Am Scharlachberg“ stattfand.

In einer Gesprächsrunde tauschte sich die Bildungsministerin mit dem Landeselternsprecher Dr. Thorsten Ralle und zwei Schülermedienscouts dazu aus, wie die Sensibilisierung im verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien am besten gelingt und wie man Gefahren wie „Cybermobbing“ wirkungsvoll entgegnen kann. Vera Reiß betonte, dass die Förderung der Medienkompetenz von allen an schulischer Bildung Beteiligten seit Jahren ein bildungspolitischer Schwerpunkt in Rheinland-Pfalz sei, wie der inzwischen 1.000 Elternabend zeige. „Diese eindrucksvolle Zahl ist ein schöner Beleg für den Stellenwert und die Akzeptanz des Angebotes bei den Eltern. Er spiegelt auch die herausragende Bedeutung wider, die die Landesregierung den Eltern beimisst“, so die Ministerin und weiter: „In Rheinland-Pfalz macht Medienkompetenz seit 2007 Schule und geht in enger Zusammenarbeit mit den Eltern zu Hause weiter.“ Der Dreiklang der Informations- und Fortbildungsangebote für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und Eltern sei fest im Landesprogramm verankert und werde weiterhin tatkräftig vorangetrieben.

Die Elterninformationsveranstaltungen werden aus Mitteln des Landesprogramms „Medienkompetenz macht Schule“ finanziert und sind für die Schulen kostenfrei. Über ein Internetportal haben Elternvertreterinnen und -vertreter, Schulfördervereine, Schulleitungen und Lehrerkollegien aller Schulen in Rheinland-Pfalz die Möglichkeit, in Absprache mit der Schulleitung, einen Elternabend zu Themen des kompetenten und kritischen Umgangs mit digitalen Medien zu buchen. Der Themenkreis der Informationsveranstaltungen kann dabei eine Fülle von Fragen umfassen, wie beispielsweise „Was ist eigentlich Web 2.0?“, „Ein Handy für mein Kind – Chancen und Risiken“, „Cybermobbing“, „Computerspiele“ oder „Wie geht man mit jugendgefährdenden Inhalten im Internet um?“. Die Veranstaltungen werden von einem fachkundigen Referententeam durchgeführt. Viele der Referentinnen und Referenten sind freie medienpädagogische Fachkräfte, darunter auch einige der Verbraucherzentrale und des Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit. Den Referentinnen und Referenten werden vom Pädagogischen Landesinstituts jährliche Schulungen zu aktuellen Themen wie Medienethik oder Cybermobbing angeboten. 

Alle Informationen zu dem Angebot der Elterninformationsabende stehen im Internet unter www.eltern-medienkompetenz.bildung-rp.de zur Verfügung. Auch die Referentinnen und Referenten können über diese Plattform gebucht werden.

„Medienkompetenz macht Schule“  in Stichworten:

Das Lehren und Lernen mit digitalen Medien wird seit Beginn des Landesprogramms im Jahr 2007 konsequent mit Fort- und Weiterbildungen von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und deren Eltern in den Bereichen Mediennutzung, digitales Lernen, Jugendmedienschutz und Datenschutz begleitet. Zusätzlich zu der Ausstattungsinitiative, mit der bislang mehr als 1.200 Interaktive Whiteboards und über 10.000 Notebooks sowie in letzter Zeit auch Tablet-PCs den Schulen bereitgestellt worden sind, wurden:

  • mehr als 43.000 Eltern in 1.000 Informationsveranstaltungen zu Fragen des Jugendmedienschutzes und des Daten- und Verbraucherschutzes informiert;
  • knapp 1.900 Schülerinnen und Schüler an 117 Schulen als „Medienscouts“ für ihre Mitschülerinnen und -schüler ausgebildet;
  • mehr als 2.400 Lehrkräfte zu Jugendmedienschutzberaterinnen und -beratern weiterqualifiziert;
  • rund 53.000 Lehrkräfte für den Medieneinsatz im Unterricht fortgebildet;
  • der MedienkomP@ss eingeführt und in 350 Grundschulen und weiterführenden Schulen bereits eingesetzt;
  • die Nutzerzahlen der landeseigenen Lernplattform moodle@RLP auf mehr als 77.000 Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler gesteigert;
  • mehr als 13.000 Medien und Medienbausteine auf dem Medienportal OMEGA allen Lehrkräften zum unterrichtlichen Einsatz zur Verfügung gestellt;
  • das Verhältnis Schülerinnen und Schüler pro PC bzw. Notebook/Tablet auf 5,9:1 verbessert (Bundesdurchschnitt: 11,6:1).