Für 52.000 Schülerinnen und Schüler verbindlicher Tag der Berufs- und Studienorientierung

„Kompetent in eigener Sache“ – das ist das Ziel des erstmals ab 1. Februar 2016 verbindlichen „Tages der Berufs- und Studienorientierung“. Rund 52.000 Schülerinnen und Schüler der 8. beziehungsweise 9. Jahrgangsstufe der Realschulen plus, der Integrierten Gesamtschulen und Gymnasien erhalten fundierte Informationen zur dualen Ausbildung und zu Studienmöglichkeiten. In den Oberstufen der Fachoberschulen, Integrierten Gesamtschulen und Gymnasien findet diese Beratung in der 11. oder 12. Jahrgangsstufe statt.

Vorbereitung in enger Abstimmung mit Partnern

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Beratung der Schülerinnen und Schüler am „Tag der Berufs- und Studienorientierung“ übernehmen Expertinnen und Experten der Bundesagentur für Arbeit (BA), der Handwerkskammer (HWK), der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Wirtschaft, der berufsbildenden Schulen (BBS) und der Hochschulen. 

Bildungsministerium und BA stimmen sich in regelmäßigen Abstimmungsgesprächen zur Koordinierung des neuen Beratungsangebotes in allen vier Kammerbezirken (Pfalz, Koblenz, Rheinhessen und Trier) eng mit den Partnern ab.

Viele Schulen verfügen bereits über bewährte Kontakte. Bei Bedarf werden ihnen weitere Referentinnen und Referenten vermittelt. Derzeit läuft die entsprechende landesweite Abfrage der Schulen. 

Schulen gut informiert

„Die Schulen sind gut informiert und sehr engagiert“, unterstrich die Ministerin. 

Allen 186 Realschulen plus, 55 Integrierten Gesamtschulen und 150 Gymnasien wurde ein umfangreiches Informationspaket zur Durchführung des „Tages der Berufs- und Studienorientierung“ bereitgestellt. Darin enthalten sind unter anderem landesweit einheitliche Leitlinien für die Beratung zu dualer Ausbildung und Studienmöglichkeiten, die mit den Partnern erarbeitet wurden, ebenso wie ein Reflexionsbogen zum „Selbst-Check“ und ein Teilnahme-Scheine für die Schülerinnen und Schüler. 

Neben den übersandten Handreichungen stellt die Servicestelle Berufsorientierung beim Pädagogischen Landesinstitut eine umfangreiche Materialiensammlung auf ihrer Homepage zur Verfügung (http://berufsorientierung.bildung-rp.de/schulen/tag-der-berufs-und-studienorientierung.html). 20 Beraterinnen und Berater der Servicestelle sowie Berufsberaterinnen und -berater der BA unterstützen die Schulen zudem bei der Umsetzung des „Tages der Berufs- und Studienorientierung“.

Der „Tag der Berufs- und Studienorientierung“ wird im Unterricht vor- und nachbereitet. Die Jugendlichen werden ermutigt, sich selbst einzuschätzen und über ihre Interessen, Stärken und Schwächen in Hinblick auf die Berufs- bzw. Studienwahl zu reflektieren. 

Verbindliche Elternarbeit wichtiger Bestandteil

Vera Reiß: „Eltern sind die wichtigsten Beraterinnen und Berater ihrer Kinder, wenn es darum geht, sich für einen Beruf zu entscheiden.“ Daher schließt die Elterninformation im Rahmen von Elternabenden unmittelbar an die Beratung der Schülerinnen und Schüler an. Schulleitungen, Berufswahlkoordinatorinnen und -koordinatoren sowie die Expertinnen und Experten der Partner gestalten die Elternabende gemeinsam. Im Informationspaket für die Schulen enthalten ist auch eine Checkliste zur Organisation der Elterninformation. 

Außerdem werden die Eltern angehalten, den Teilnahme-Schein ihrer Kinder zur Nachbereitung des Tages der Berufs- und Studienorientierung zu unterschreiben. Dadurch können sie die Überlegungen der Jugendlichen eng begleiten. 

Wissenschaftliche Begleitung durch das BIBB

Die wissenschaftliche Begleitung des „Tages der Berufs- und Studienorientierung“ durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) konzentriert sich auf die Gymnasien. Nach Angaben von Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des BIBB, gibt es gerade an den Gymnasien bisher deutschlandweit wenig vergleichbare verbindliche und umfassende Berufs- und Studieninformationsangebote, die Ausbildung und Studium gleichwertig behandeln. Daher sei das Interesse an den Erkenntnissen groß. Die Umsetzung an den Gymnasien in Dahn, Kaiserslautern und Ramstein-Miesenbach wird besonders eng begleitet. 

Zeitgemäße Beratung zur Fachkräftesicherung 


Bildungsministerin Vera Reiß: „Bei der Suche nach dem richtigen Ausbildungs- und Berufsweg spielt die Schule eine wichtige Rolle. Aber ohne das Wissen der Expertinnen und Experten der BA, der Kammern, der Wirtschaft, der berufsbildenden Schulen und der Hochschulen ist eine zeitgemäße Beratung nicht möglich. Eine fundierte, umfassende Beratung der Fachkräfte von morgen gelingt nur miteinander. Selten ziehen bei einem Projekt alle mit so viel Kraft an einem Strang, damit gilt: Kompetent in eigener Sache.“