Flexiblerer Wechsel zwischen Unterricht und Ferien

„Bei der Verteilung der so genannten ,kleinen Ferien‘ in Rheinland-Pfalz bestimmen auch künftig pädagogische Gesichtspunkte die Entscheidungen. Die Unterrichtszeiträume zwischen allen Ferienzeiträumen müssen ein sinnvolles pädagogisches Arbeiten ermöglichen. Unter dieser Prämisse sehen wir in den kommenden Jahren einige Möglichkeiten, den Wechsel von Unterrichts- und Ferienzeiten gegenüber dem über Jahrzehnte eingeschliffenen Rhythmus zu verändern. Damit tragen wir dem erklärten Wunsch der Elternschaft nach flexibleren Ferienfestlegungen Rechnung, der auch von anderen am Schulleben Beteiligten und von weiteren Betroffenen der Ferienpläne mitgetragen wird.“ Mit dieser Feststellung kündigte Bildungsministerin Vera Reiß heute einen Vorschlag des Landes an, der in den Jahren 2018 bis 2024 neben Herbst-, Weihnachts- und Osterferien in drei Schuljahren Winterferien und in drei Schuljahren Pfingstferien vorsieht. Dieser Vorschlag soll demnächst – wie bei allen Ferienplanungen auf Landesebene bisher – in die Anhörung gehen.

Bis zum Schuljahr 2016/2017 liegen die Planungen für die „kleinen Ferien“ im Land bereits seit 2009 fest. Nachdem im Sommer die Kultusministerkonferenz (KMK) die Verteilung der Sommerferien für die Jahre 2017 bis 2024 festgelegt hatte, soll – wie üblich – nun eine Festlegung für die „kleinen Ferien“ erfolgen, die die einzelnen Bundesländer selbst vornehmen. Dazu legt das Bildungsministerium traditionell einen Vorschlag vor. Bereits Ende September hatte die damalige Bildungsministerin Doris Ahnen im Landtag Offenheit für eine andere Verteilung der „kleinen Ferien“ in den Jahren 2017 bis 2024 gezeigt, einen breiten Dialog im Vorfeld des Regierungsvorschlags sowie der regulären Anhörung dazu angekündigt und betont: „Wir wollen einen möglichst breiten Konsens der an Schule Beteiligten zur Lage der ,kleinen Ferien‘ erreichen.“ Anfang Oktober hatte der Landeselternbeirat eine vom Bildungsministerium ausdrücklich unterstützte Elternbefragung durchgeführt. Mehr als 14.000 Eltern hatten sich an der Befragung beteiligt. Das Ergebnis: Etwas mehr als 27 Prozent der Teilnehmenden sprachen sich für die Beibehaltung der bisherigen Ferienverteilung im laufenden Schuljahr aus, knapp 70 Prozent votierten – mit unterschiedlichen Lösungsansätzen – für eine flexiblere Verteilung der „kleinen Ferien“ entsprechend der Lage der hohen kirchlichen Feiertage (Weihnachten, Ostern, Pfingsten) im jeweiligen Kalenderjahr. In einem breit angelegten Meinungsaustausch mit den Institutionen, Organisationen und Interessenvertretungen, die von einer Neuregelung der „kleinen Ferien“ in Rheinland-Pfalz betroffen sind, verschaffte sich das Bildungsministerium dann am 5. November 2014 einen Eindruck von den Wünschen und Vorstellungen weiterer Beteiligter am Schulleben sowie der Tourismuswirtschaft, der Arbeitsnehmer- und Arbeitgebervertretungen und der Kirchen. Auch hier gab es Wünsche nach einer Flexibilisierung der Ferienverteilung innerhalb eines Schuljahres in den kommenden Jahren.

„Als Ergebnis dieses breiten Dialogs werden wir jetzt einen Verordnungsentwurf in die Anhörung geben, der dem vor 50 Jahren von den Ministerpräsidenten der damaligen elf Bundesländer festgeschriebenen Grundsatz gerecht wird, dass Ferien in erster Linie nach pädagogischen Gesichtspunkten festgelegt werden sollen, und zugleich im Kern die jetzt geäußerten Wünsche aufgreift“, kündigte Bildungsministerin Vera Reiß an. Maßstab sei dabei gewesen, dass der Zeitraum zwischen dem ersten Unterrichtstag nach einer Ferienzeit und dem letzten Unterrichtstag vor den nächsten Ferien 30 Unterrichtstage umfasse. „Unsere Schulen, unsere Lehrkräfte aber auch die Schülerinnen und Schüler haben ein hohes Interesse daran, dass ihnen Unterrichtsblöcke zur Verfügung stehen, in denen sich Lerneinheiten pädagogisch sinnvoll erarbeiten und vertiefen lassen. Außerdem muss insbesondere in der Zeit vor dem Schuljahresende eine solide und verlässliche Vorbereitung der Jahresabschlusszeugnisse gesichert sein. Dies sehen wir mit dem jetzt erarbeiten Vorschlag sichergestellt“, betonte Vera Reiß.

In den Schuljahren, in denen der Abstand zwischen Ostern und dem Beginn der Sommerferien sehr groß sei, würden daher Pfingstferien vorgeschlagen. Dies betreffe die Jahre 2021, 2023 und 2024. In den Schuljahren, in denen zwischen Weihnachten und Ostern ein sehr langer Unterrichtsblock liege, würden einwöchige Winterferien eingeschoben. Dies sei in den Jahren 2019, 2020 und 2022 der Fall. Im Schuljahr 2017/2018 bleibe es bei der bisherigen Verteilung der „kleinen Ferien“.