Eröffnung der Gedenkstätte Lager „Rebstock“: „Für Demokratie und unsere offene Gesellschaft eintreten!“

Unter dem Decknamen „Rebstock“ wurde 1943 bei Dernau und Marienthal im Land-kreis Ahrweiler ein KZ-Außenlager zur Rüstungsproduktion errichtet. Das Arbeitspersonal, Häftlinge aus 12 Nationen, wurde – wie für viele weitere andere Produktions-stätten der Kriegsindustrie – aus Konzentrationslagern requiriert. Lange Zeit in Vergessenheit geraten, wurde auf Initiative des Internationalen Suchdienstes (IST) ab 1976, die Geschichte des Lagers untersucht und dokumentiert.

„Der 9. November ist ein historisch bedeutsamer Tag, an dem sich die schrecklichen Vorfälle der Reichspogromnacht im Jahr 1938 jähren. Der heutige Tag ist also ein passender Termin, um unsere Erinnerungskultur an den dunkelsten Punkt der deut-schen Geschichte, die faschistische Diktatur der Nationalsozialisten, zu untermauern“, betont Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur. „Erinnern heißt auch, aus unserer Vergangenheit zu lernen. Wir alle sind gefordert, tagtäglich für Demokratie und unsere offene Gesellschaft einzutreten“, so Wolf weiter.

Die Eröffnung der Gedenkstätte verdankt ihre Realisierung  der Initiative Wolfgang Gückelhorns, des Bürgervereins Synagoge Ahrweiler sowie dessen Vorsitzenden Klaus Liewald. Ihnen dankte Konrad Wolf für ihr „ehrenamtliches, intensives und wichtiges Engagement“ und verwies in seiner Ansprache darauf, „dass weiterhin gemahnt und erinnert werden müsse an diese schreckliche Zeit“. 

An der Eröffnung nahmen diplomatische Vertreter aus Polen, Ungarn, Russland, Italien, Frankreich und den Niederlanden teil. Aus diesen Ländern kamen die vom NS-Regime verfolgten und in die Rüstungsproduktion Deportierten im Lager „Rebstock“.