Dreyer/Wolf: Außenstelle des Leibniz-Zentrums für Informatik großer Gewinn für Trier

Als großen Gewinn für den Wissenschaftsstandort Trier haben Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wissenschaftsminister Konrad Wolf die Entscheidung zur Einrichtung einer Außenstelle des Leibniz-Zentrums für Informatik Schloss Dagstuhl (LZI) in Trier bezeichnet. „Der neue Standort des Leibniz-Zentrums auf dem Campus der Universität Trier wird die Forschungsaktivitäten im Bereich Informatik und Digitalisierung fördern. Das ist eine einmalige Chance“, unterstrichen Dreyer und Wolf. Die Wissenschaftsministerinnen und –minister von Bund und Ländern hatten heute auf ihrer Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz in Berlin einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Das durch Bund und Länder geförderte LZI wird zum Januar 2019 die bisher an der Universität Trier entwickelte und betriebene Bibliographiedatenbank „dblp“ übernehmen und ausbauen. Der Betrieb und die Erforschung der Datenbank erfolgen dabei weiterhin in enger Kooperation mit der Universität, dem Fach Informatikwissenschaften sowie dem Trierer Center for Informatics Research and Technology (CIRT).

Wissenschaftsminister Wolf sieht die Entscheidung als wichtigen Schritt in gleich mehrfacher Hinsicht: „Durch den Beschluss von Bund und Ländern, zusätzliche Mittel für die Etablierung des LZI am Standort Trier bereitzustellen, wird mit dem Fortbetrieb der Datenbank eine notwendige wissenschaftliche Infrastruktur gesichert. Zugleich wird das LZI in seinem erfolgreichen Wirken unterstützt und die Forschungskooperation zwischen der Universität Trier und dem Leibniz-Institut gestärkt. Das Land Rheinland-Pfalz tritt bereits seit 1990 gemeinsam mit dem Saarland als Sitzland des LZI auf. Wir freuen uns, mit dem dblp nun auch einen LZI-Standort bei uns zu beherbergen.“

Die Gründung der "dblp computer science bibliography" im Jahre 1993 war eine Reaktion auf die besondere Publikationskultur in der Informatik, in der die oft schwer zu recherchierenden Konferenzbeiträge ein höheres Gewicht besitzen als Veröffentlichungen in Fachjournalen. Die Datenbank  ist heute mit mehr als 4,3 Millionen gelisteten Fachartikeln, Monographien und Aufsatzsammlungen (Stand November 2018) die weltweit größte, frei zugängliche Bibliographiedatenbank in der Informatik. Jedes Jahr wächst die Sammlung um mehr als 400.000 neue Einträge; dies entspricht mehr als 1.600 neuen Einträgen pro Arbeitstag.

Die Datenbank hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Werkzeug entwickelt, das Informatikerinnen und Informatiker weltweit bei der Recherche nach Artikeln, Ideen und Experten unterstützt. Über ihre Webseite https://dblp.org erlaubt dblp einen Einblick in die komplexen Zusammenhänge und Netzwerke der internationalen Informatikforschung. Jeden Monat verzeichnen die dblp-Server mehr als 30 Millionen Seitenzugriffe von über einer halben Million Nutzerinnen und Nutzern aus aller Welt.