Dr. Roswitha Kaiser leitet Landesdenkmalpflege

Dr.-Ing. Roswitha Kaiser (57) übernimmt ab Juli 2015 die Leitung der Direktion Landesdenkmalpflege der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE). Der bisherige Landeskonservator, Dr. Joachim Glatz, tritt Ende Juni 2015 in den Ruhestand. Dies teilte die rheinland-pfälzische Kulturministerin Vera Reiß heute mit. Aktuell leitet die Architektin die Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege im hessischen Landesamt für Denkmalpflege.

„Mit Dr. Roswitha Kaiser haben wir eine sehr gut qualifizierte Nachfolgerin für das Amt der Landesdenkmalpflegerin gewonnen, die mit den Aufgaben der Landesdenkmalpflege, ihren fachlichen und verwaltungsrechtlichen Facetten ebenso vertraut ist wie mit aktuellen Themenstellungen auf Länder- und Bundesebene. Mit ihrer Erfahrung als Abteilungsleiterin beim hessischen Landesamt für Denkmalpflege und durch ihr vielfältiges Engagement in der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger wird sie die Direktion Landesdenkmalpflege der GDKE bereichern und eine würdige Nachfolgerin von Dr. Joachim Glatz“, so Kulturministerin Vera Reiß. Vor allem ihre Expertise an der Schnittstelle von energieeffizientem Bauen und Denkmalschutz sei sehr vielversprechend. Die 57-Jährige schlage eine wichtige Brücke zwischen dem Bewahren alter Denkmäler und einer nachhaltigen Bauweise. Gleichzeitig dankte die Kulturministerin dem scheidenden Landeskonservator für seine langjährige Arbeit: „Herr Joachim Glatz hat sich hohes Ansehen im Land erworben und große wissenschaftliche Anerkennung. Er besitzt eine enorme Fachkenntnis und arbeitete mit ganzem Herzen für die Kultur unseres Landes.“

Nach dem Architekturstudium an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen promovierte Roswitha Kaiser an der Universität Kassel. Zudem erwarb sie eine Zusatzqualifikation im Landschaftsschutz. Bereits parallel zur Promotion und auch danach arbeitete die gebürtige Rheinländerin freiberuflich als Architektin und als Moderatorin im Forschungsprogramm „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ (ExWoSt) des Bundesbauministeriums, bevor sie 1996 eine Stelle als wissenschaftliche Referentin beim Westfälischen Amt für Denkmalpflege in Münster antrat und dort in der praktischen und städtebaulichen Denkmalpflege tätig war. Sie veröffentlichte zahlreiche Aufsätze zu objektspezifischen wissenschaftlichen Fragestellungen der Denkmalpflegepraxis. 2011 wechselte die zweifache Mutter als Abteilungsleiterin in das Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Als Mitglied der Arbeitsgruppe Bautechnik der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger setzt sie sich durch Netzwerkarbeit, Vorträge und Publikationen für die Verbindung von Denkmal- und Klimaschutz ein. Für die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger hat sie außerdem das Förderprogramm der KfW-Bankengruppe „Effizienzhaus Denkmal“ und die Fortbildung „Energieberater für Baudenkmale“ mit Bund, Kammern und Zentralverbänden verhandelt und der Öffentlichkeit vermittelt.

Das Aufgabenspektrum der Direktion Landesdenkmalpflege der GDKE reicht von der wissenschaftlichen Erfassung, Erforschung und Dokumentation der Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz bis hin zur konkreten Beratung bei wichtigen Instandsetzungsmaßnahmen. Zu den Kernaufgaben der Landesdenkmalpflege gehören die Identifizierung der Kulturdenkmäler und das Führen einer umfassenden Denkmalliste. Diese Liste ist die Grundlage der praktischen Denkmalpflegearbeit vor Ort. Dabei arbeitet die Landesdenkmalpflege zusammen mit den Unteren Denkmalschutzbehörden, den Bistümern und Landeskirchen sowie sonstigen Einrichtungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene wie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.