Dorothea van der Koelen erhält Max-Slevogt-Medaille

Kulturministerin Vera Reiß hat Dr. Dorothea van der Koelen heute im Namen von Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Max-Slevogt-Medaille für ihre besonderen Verdienste auf dem Gebiet der Bildenden Kunst in Rheinland-Pfalz überreicht. Die in Mainz lebende Kunsthistorikerin habe mit ihrem Wirken als Galeristin, Stifterin, Unternehmerin und Verlegerin die Bildende Kunst im Land auf vielfältige Weise gefördert.

„Dr. Dorothea van der Koelen hat mit ihren Künstlerinnen und Künstlern den öffentlichen Raum erobert. Sie hat Brücken zwischen Kunstmarkt und Kunstwissenschaft geschlagen und nichts unversucht gelassen, zeitgenössische Kunst für ein breites Publikum zugänglich zu machen“, würdigte Vera Reiß die Preisträgerin bei einer Feierstunde in Mainz. 

Aufgewachsen in einem äußerst kunstaffinen Elternhaus hat Dorothea van der Koelen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) Kunstgeschichte, Philosophie, Buchwissenschaft und Romanistik studiert. Ihre erste Galerie eröffnete sie 1979 in Mainz, noch vor dem Studium. Heute nehme diese in Rheinland-Pfalz den Spitzenplatz ein hinsichtlich des Bekanntheitsgrades der von ihr vertretenen Künstlerinnen und Künstler, unterstrich die Kulturministerin. Mittlerweile sei van der Koelen mit zwei Galerien in Mainz und einer Galerie in Venedig präsent und habe in über 500 Ausstellungen in mehr als 25 Ländern ihre kuratorischen Fähigkeiten bewiesen. In Zeitschriften und Büchern habe sie zudem zahlreiche Aufsätze über zeitgenössische Kunst veröffentlicht.

Um ihren Erfahrungsschatz an nachfolgende Generationen weiterzugeben, hat Dr. Dorothea van der Koelen 2003 die „van der Koelen Stiftung für Kunst und Wissenschaft“ gegründet und ein Stipendienprogramm für Doktorandinnen und Doktoranden der Kunstgeschichte ins Leben gerufen. Kulturministerin Vera Reiß hob das außergewöhnliche Stiftungskonzept hervor: „Die Stiftung bietet ein ganzheitliches Angebot zur Begegnung mit zeitgenössischer Kunst, bei dem Theorie und Praxis, Kunstwissenschaft und Kunstmarkt, Bildung und Ausbildung zusammenspielen.“ Dabei kooperiert sie auch mit dem Institut für Kunstgeschichte der JGU. Mit der Eröffnung der „Cadoro – Zentrum für Kunst und Wissenschaft“ im vergangenen Jahr hat die passionierte Kunstvermittlerin van der Koelen fast 2.000 qm der Kunst gewidmet und für ihre Stiftung ein zu Hause in Mainz-Hechtsheim geschaffen. 

Vera Reiß lobte das besondere Engagement der Stifterin zur Nachwuchsförderung: „Mit der ‚van der Koelen Stiftung‘ und dem ‚Cadoro‘ hat Dr. Dorothea van der Koelen der Jungen Kunst im Land neue Perspektiven und ein außergewöhnliches Experimentierfeld geschaffen." 

Dabei sei sie auch eine erfolgreiche und bestens vernetzte Geschäftsfrau, betonte die Ministerin. Als Geschäftsführerin des „Chorus Verlags für Kunst und Wissenschaft“ hat sie mehr als 150 Publikationen verlegt. Mit ihrer Firma „van der Koelen Consulting“ berät sie darüber hinaus Unternehmen beim Aufbau einer Kunstsammlung und zum Marketing im Kunstbereich. Daneben sitzt sie als Jurorin in zahlreichen Gremien für Stipendien, Wettbewerbe und Kunstpreise. 

„Dr. Dorothea van der Koelen ist eine international tätige Galeristin mit unternehmerischem Gespür, die ihre Energie genau zu bündeln weiß und überzeugt, weil sie selbst voll und ganz von dem, was sie tut, überzeugt ist. Die Max-Slevogt-Medaille ist eine angemessene Würdigung ihrer Verdienste, mit denen sie das Kultur- und Wissenschaftsland Rheinland-Pfalz bereichert“, so die Ministerin abschließend.

Die Max-Slevogt-Medaille wurde 1972 vom Land Rheinland-Pfalz gestiftet und wird seitdem durch den Ministerpräsidenten oder die Ministerpräsidentin des Landes verliehen. Damit werden Künstlerinnen und Künstler ausgezeichnet, die sich durch ihre Tätigkeit in der Bildenden Kunst besondere Verdienste in Rheinland-Pfalz erworben haben wie auch solche, die wesentlich dazu beigetragen haben, die Bildende Kunst in Rheinland-Pfalz zu fördern. Die Max-Slevogt-Medaille wurde erstmals an Franz Josef Kohl-Weigand verliehen und seitdem an Künstlerinnen und Künstler wie zum Beispiel Georg Meistermann oder Förderern der Bildenden Kunst wie Prof. Dr. Peter Ludwig oder Prof. Dr. Klaus Gallwitz.