Breites Bündnis zur Berufs- und Studienorientierung soll jungen Menschen Einstieg in Ausbildung und Beruf erleichtern

Durch eine intensivere Abstimmung und eine engere Verknüpfung der verschiedenen Angebote von Land, Bundesagentur für Arbeit und Kammern sowie Wirtschaftsverbänden auf dem Feld der Berufs- und Studienorientierung sollen junge Menschen in Rheinland-Pfalz noch besser als bisher in die Lage versetzt werden, ihren jeweiligen Übergang in die berufliche Ausbildung, ins Studium oder in den Beruf eigenverantwortlich zu gestalten. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, Otto-Werner Schade, dem Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Rheinhessen, Günther Tartter, für die Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern im Land, dem Hauptgeschäftsführer der IHK Trier, Arne Rössel, für die Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern und dem Präsidenten der Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU), Dr. Gerhard F. Braun, haben für die Landesregierung Bildungsministerin Doris Ahnen und Arbeitsministerin Malu Dreyer heute die „Rahmenvereinbarung über die Zusammenarbeit von Berufsberatung, Schule und Wirtschaft im Bereich der Berufs- und Studienorientierung in Rheinland-Pfalz“ unterzeichnet.

„Mit der heute unterzeichneten Rahmenvereinbarung werden verbindliche Regelungen für die künftige Zusammenarbeit der Schulen in Rheinland-Pfalz in Fragen der Berufs- und Studienberatung mit den Agenturen für Arbeit und mit der Wirtschaft festgelegt. In allen weiterführenden Schulen soll auf dieser Basis ein über mehrere Jahre angelegtes systematisches Konzept für die Berufs- und Studienorientierung umgesetzt werden, das eine ganze Reihe verbindlicher Bausteine enthält, welche die verschiedenen Partner dieser Vereinbarung liefern“, betonte Doris Ahnen. Die Berufsorientierung werde bereits seit Jahren mit einer vielfältigen Palette von Maßnahmen, die insgesamt ein umfassendes Angebot ergäben, vorangetrieben, so die Bildungsministerin. Dazu zählten beispielsweise der wöchentliche Praxistag für Schülerinnen und Schüler, der mittlerweile an 138 Schulen im Land installiert wurde, ebenso wie die Dokumentation aller Erfahrungen, Erkenntnisse und Aktivitäten in der Berufs- und Studienwahlvorbereitung in Portfolios wie dem „Berufswahlpass“. Das Gute könne aber noch besser werden. „Die guten Erfahrungen mit dem Praxistag spornen uns an, ihn an allen Schulen, die den Abschluss der Berufsreife ermöglichen, einzurichten. Außerdem werden wir die Dokumentationsmappen in den allgemeinbildenden Schulen verpflichtend einführen“, kündigte die Bildungsministerin an.

„Wir wollen, dass die Berufsorientierung als ein selbstverständlicher Teil der schulischen Allgemeinbildung zugleich das Bindeglied zwischen Schule sowie Arbeitswelt und verpflichtende Querschnittsaufgabe für alle Beteiligten des Pakts ist“, sagten Doris Ahnen und Malu Dreyer. Arbeits- und Sozialministerin Dreyer betonte, dass die richtige Entscheidung bei der Wahl des Berufes die Chancen bei der Suche eines Ausbildungsplatzes entscheidend erhöhe. „Die Unterstützung bei der Berufswahl ist für alle Jugendlichen wichtig. Für Jugendliche, die aus verschiedenen Gründen nicht so leicht einen Ausbildungsplatz finden können, ist die richtige Berufswahl, die zu ihren Stärken und Fähigkeiten passt, oft für die gesamte berufliche Zukunft entscheidend. Daran arbeiten wir bereits intensiv mit allen Partnern und können das über die Rahmenvereinbarung nun verfestigen. Der Einstieg in eine Ausbildung ist vor allem für die Jugendlichen selbst wichtig. Aber jeder junge Mensch, der eine Ausbildung absolvieren kann, ist auch ein Gewinn für die Unternehmen, die in Zukunft noch stärker auf gute Fachkräfte angewiesen sein werden“, so Malu Dreyer.

„Wir wollen den jungen Leuten bei ihrem Start in das Berufsleben so viel Hilfestellung und Orientierung wie möglich anbieten. Insbesondere junge Frauen und Männer mit Handicaps benötigen unsere Unterstützung. Wir dürfen keinen Jugendlichen verloren geben, nicht allein wegen des sich ankündigenden Fachkräftemangels“, hielt Otto-Werner Schade, Leiter der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, fest.

Für die Wirtschaftskammern in Rheinland-Pfalz unterstrichen die Hauptgeschäftsführer Günther Tartter (Handwerkskammer Rheinhessen) und Arne Rössel (Industrie- und Handelskammer Trier) die Bedeutung der Vereinbarung, die einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Berufsorientierung für alle Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz darstelle. „Durch ein langfristig angelegtes, flächendeckendes und systematisches Konzept mit konkreten verbindlichen Maßnahmen für die Berufs- und Studienorientierung in allen Schulen des Landes können die Schulabgänger besser auf den Start ins Berufsleben vorbereitet werden, damit die Wirtschaft ihren Aufgaben der Ausbildung, Qualifizierung und Weiterbildung gerecht werden kann. Die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern unterstützen den Prozess der beruflichen Orientierung aktiv und bieten allen interessierten Schulen vielfältige Hilfestellungen und Informationen, vermitteln Kontakte zwischen Schulen und Betrieben und führen selbst eine Reihe von Aktivitäten und Projekten in diesem Aufgabenspektrum durch“, hielten die beiden Hauptgeschäftsführer fest.

LVU-Präsident Gerhard F. Braun sagte: „Nur wer vorher weiß, worauf er sich durch seine Berufswahl einlässt, kann eine fundierte Entscheidung treffen. Angesichts eines immer spürbarer werdenden Fachkräftemangels ist es nicht hinnehmbar, wenn junge Menschen erst im zweiten oder dritten Anlauf den passenden Job für sich finden, nur weil sie sich zuvor nicht ausreichend informiert haben. Insofern setzt dieses Programm an genau der richtigen Stelle an.“

Alle Beteiligten unterstrichen abschließend ihre Bereitschaft, das vorliegende Gesamtkonzept konsequent „in einem Zeitraum von längstens fünf Jahren verbindlich und flächendeckend“ umzusetzen. Ein von allen Partnern besetztes Gremium solle die laufenden Planungen koordinieren, kontinuierlich die Fortschritte bei der Umsetzung überwachen, bei Bedarf notwendige Anpassungen und Ergänzungen vorschlagen und erfolgreiche Beispiele aus der Praxis möglichst weit verbreiten.