Ahnen: 49 Optionen für neue Ganztagsschulen im Schuljahr 2010/11

„Mit den 49 jetzt für das Schuljahr 2010/2011 erteilten Optionen zur Errichtung neuer Ganztagsschulen in Angebotsform können dann 536 Schulen im Land unter den im Ganztagsschulprogramm des Landes festgelegten Rahmenbedingungen ein zusätzliches Bildungsangebot an vier Tagen in der Woche jeweils zwischen 8 und 16 Uhr machen. Vorausgesetzt alle ausgewählten Schulen lösen ihre Option ein und können im März genügend verpflichtende Anmeldungen für das Schuljahr 2010/2011 nachweisen, wären dann rund 38 Prozent aller knapp 1.400 allgemeinbildenden Schulen Ganztagsschulen in Angebotsform.“ Das betonte Bildungsministerin Doris Ahnen, die heute die neuesten Entscheidungen im Rahmen des 2001 vom Land gestarteten Ganztagsschulprogramms bekannt gab.

„Die bislang vier Auswahlrunden in dieser Legislaturperiode haben alle gezeigt, dass das Ganztagsschulprogramm, in dem das Land Schulen und Schulträgern neben einer hundertprozentigen Finanzierung des pädagogischen Personals auch eine deutliche Unterstützung bei notwendigen räumlichen Erweiterungen zusichert, weiter sehr gefragt ist. Schulen und Schulträger bereiten die Vorhaben gut vor und legen mit den Beteiligten vor Ort pädagogische Konzepte fest, die hohe Qualitätsansprüche erfüllen“, sagte Doris Ahnen. Erfahrungen aus den bereits bestehenden Ganztagsschulen in Angebotsform sowie die verschiedenen Informationsangebote von den pädagogischen Serviceeinrichtungen, der Schulbehörde und des Ministeriums würden dabei in großem Umfang genutzt. Im Ergebnis habe es zu jedem Antragstermin in dieser Legislaturperiode rund doppelt so viele Bewerbungen wie Optionschancen gegeben. „Und erfreulicherweise wird das hochwertige Bildungsangebot weit über die Landesgrenzen hinaus als vorbildlich anerkannt“, so die Bildungsministerin.

Mit insgesamt 27 Optionen seien auch bei diesem Bewerbungstermin wieder deutlich mehr als die Hälfte aller Errichtungsoptionen für neue Ganztagsschulen in Angebotsform für Grundschulen ausgesprochen worden. „Nach den Festlegungen im Regierungsprogramm für diese Legislaturperiode wurde sämtlichen Anträgen aus Verbandsgemeinden oder verbandsfreien Gemeinden entsprochen, in denen es noch kein Ganztagsschulangebot im Grundschulbereich gibt. Damit werden im Schuljahr 2010/2011 fast 85 Prozent aller Verbandsgemeinden oder verbandsfreien Gemeinden mindestens eine Ganztagsgrundschule haben“, betonte Doris Ahnen. Da Ganztagsgrundschulen auch Schülerinnen und Schüler aus anderen Grundschulbezirken aufnehmen könnten, liege der Versorgungsgrad der Schülerinnen und Schüler sogar deutlich über 90 Prozent. Zudem hätten neben zehn Realschulen plus auch sechs Gymnasien, drei Integrierte Gesamtschulen und drei Förderschulen eine Errichtungsoption als Ganztagsschule in Angebotsform für das Schuljahr 2010/2011 erhalten.

Das komplette Ganztagsangebot an den Schulen im Land sei allerdings noch deutlich größer als die Zahl der Schulen nach dem Landesprogramm vermuten lasse, erinnerte Bildungsministerin Ahnen. Mehr als zwei Drittel aller allgemeinbildenden Schulen machten zum Schuljahr 2010/2011 voraussichtlich Ganztagsangebote, wenn man zu den Ganztagsschulen in Angebotsform noch die „verpflichtenden Ganztagsschulen“, an denen grundsätzlich alle Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Schule ein Ganztagsangebot wahrnehmen, die G8-Ganztagsgymnasien, die in der Orientierungsstufe in der Angebotsform und ab Klasse 7 dann als verpflichtende Ganztagsschulen geführt werden, und die „offenen Ganztagsschulen“ hinzurechne, in denen Schülerinnen und Schüler sich täglich neu für das Ganztagsangebot entscheiden könnten, das an mindestens drei Tagen pro Woche vorgehalten werde.


Hintergrundinformationen zum Ganztagsschulprogramm in Rheinland-Pfalz:

Ganztagsschulen in Angebotsform machen an mindestens vier Tagen pro Woche ein schulisches Angebot von 8 bis 16 Uhr. Interessierte Schulen bewerben sich - unterstützt von ihren Schulträgern - um die Aufnahme in das Programm. Die Auswahl erfolgt nach der Qualität der vorgelegten Ganztagsschulkonzepte sowie regional und nach Schularten ausgewogen.
Mit der Errichtungsoption haben die Schulen, die sich für die Aufnahme in das Ganztagsschulprogramm des Landes beworben haben, den ersten Schritt erfolgreich gemeistert. Im Anmeldeverfahren für das Schuljahr 2010/2011 müssen - wie schon in den Vorjahren auch - Grundschulen nun mindestens 36 Schülerinnen und Schüler, Schulen der Sekundarstufe I mindestens 54 Anmeldungen und die Förderschulen mindestens 26 Schülerinnen und Schüler für die verpflichtende Teilnahme am Ganztagsschulangebot über das gesamte kommende Schuljahr hinweg nachweisen. Diese Regeln zum Anmeldeverfahren, die 2001 entwickelt worden sind, gelten auch für die Realschulen plus, die zum Zeitpunkt der Ganztagsschulauswahl noch im Entstehen begriffen sind. Diese müssen allerdings zusätzlich noch 51 Ganztagsschulanmeldungen für die 5. Jahrgangsstufe erreichen. Werden diese Werte erreicht oder überschritten, kann der jeweiligen Schule endgültig grünes Licht für den Start zum nächsten Schuljahresbeginn - im jetzigen Fall also zum 1. August 2010 - gegeben werden. Diese Vergabe der Errichtungsgenehmigungen erfolgt in aller Regel Mitte März.

Anlage:
Liste der Errichtungsoptionen für neue Ganztagsschulen in Angebotsform zum Schuljahr 2010/2011