Agentur für Qualitätssicherung, Evaluation und Selbstständigkeit von Schulen (AQS) soll zum Ende des Schuljahres aufgelöst werden

In seiner heutigen Sitzung hat der Ministerrat im Zusammenhang mit dem Haushaltsentwurf für 2016 beschlossen, die Auflösung der Agentur für Qualitätssicherung, Evaluation und Selbstständigkeit von Schulen (AQS) mit Sitz in Bad Kreuznach zum Ende des Schuljahres 2015/2016 in die Wege zu leiten. Die hierfür erforderliche Änderung des Schulgesetzes soll im Landtag mit der Einbringung des Haushalts angestoßen werden. Die rund 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AQS, die zu wesentlichen Teilen aus der Schulaufsicht, aus dem Schuldienst und der Wissenschaft kamen, sollen danach in Schulen, in der Schulaufsicht, in Pädagogischen Serviceeinrichtungen, Hochschulen oder aber in der Landesverwaltung eingesetzt werden.

Bildungsministerin Vera Reiß betonte: „Die AQS hat in den vergangenen zehn Jahren wertvolle Arbeit für die qualitative Weiterentwicklung der Schulen im Land geleistet. Zum Ende dieses Schuljahres wird jede Schule im Land zum zweiten Mal eine umfassende Rückmeldung der AQS zur Umsetzung und Weiterentwicklung des eigenen Qualitätsprogramms erhalten haben. Die Qualitätsarbeit aller Schulen wird mittlerweile auf der Basis von Zielvereinbarungen zwischen der jeweiligen Schule und der Schulaufsicht ständig fortgeschrieben. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der AQS gilt dafür unser Dank. Gleichwohl ist vor dem Hintergrund der weiter notwendigen Konsolidierung des Landeshaushalts die jetzige Entscheidung ein pädagogisch verantwortbarer Schritt.“ Die damit verbundene, nachhaltige strukturelle Entlastung für das Land liegt bei 3,3 Millionen Euro pro Jahr.

Die Ministerin und Bildungsstaatssekretär Hans Beckmann erläuterten unmittelbar nach der Kabinettssitzung auf einer Personalversammlung in Bad Kreuznach den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der AQS den Ministerratsbeschluss. Sie versicherten, dass bei den Entscheidungen über die weitere Beschäftigung im Landesdienst, in die die zuständige Personalvertretung selbstverständlich eingebunden werde, persönliche Wünsche so weit wie möglich berücksichtigt würden. Die Bildungsministerin teilte weiter mit, dass der amtierende Leiter der AQS, Prof. Dr. Markus Höffer-Mehlmer, neuer Leiter des Zentrums für Lehrerbildung an der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) in Mainz werden solle. Dies sei mit der Hochschulleitung so vereinbart.

„Mit dem vorgesehenen Wechsel von Prof. Dr. Höffer-Mehlmer an das Zentrum für Lehrerbildung der JGU erfährt der Bereich der Schulforschung eine weitere maßgebliche Unterstützung“, erklärt die Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Mechthild Dreyer. Diese personelle Verstärkung sei die konsequente Fortsetzung der im Zuge der Lehrerbildungsreform und der wachsenden Bedeutung der Fachdidaktiken begonnenen Entwicklung.

In der Entscheidung des Bildungsministeriums sieht der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, zudem eine Bestätigung der bisherigen strategischen Ausrichtung der Lehrerausbildung an der JGU: „Die hervorragende Arbeit unseres Zentrums für Lehrerbildung unter der Leitung von Kollegin Dreyer in der Ausbildung der rund 6.000 Lehramtsstudierenden in Mainz und im engen Kontakt zu den weiterführenden Schulen des Landes erfährt durch diesen Wechsel gleichermaßen Anerkennung und kann auf weitere Bereiche ausgedehnt werden.“ Höffer-Mehlmer ist seit 2013 außerplanmäßiger Professor der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und seit mehr als 13 Jahren in der universitären Lehre und Bildungsforschung engagiert.

Nachdem bis zum Ende des laufenden Schuljahres jede Schule in Rheinland-Pfalz zweimal von einem AQS-Team begutachtet worden sei, böten die insgesamt gewonnenen Daten, Erfahrungen und Rückmeldungen eine solide Grundlage für die weitere Qualitätsarbeit in den Schulen, unterstrich Vera Reiß: „Die beabsichtigte Auflösung der AQS bedeutet nicht, dass die Unterstützung und Beratung unserer Schulen auf der Basis externer Evaluationen abgeschafft wird. Wie es sich in der Bildungsforschung insgesamt über die letzten Jahre hinweg immer mehr durchgesetzt hat, soll sich diese Unterstützung durch Evaluationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern künftig vor allem auf einzelne Themen in der jeweiligen Schule konzentrieren – wie beispielsweise die Sprachförderung, den Umgang mit einer heterogenen Schülerschaft, die Förderung von Begabten oder die Inklusion.“