Zielvereinbarung für Forschungsinitiative 2019-2023 unterzeichnet – Wolf: „Rheinland-pfälzische Hochschulen so erfolgreich wie nie!“

Heute unterzeichnete Wissenschaftsminister Prof Dr. Konrad Wolf und die Spitzen der rheinland-pfälzischen Hochschulen die neuen Zielvereinbarungen der Forschungsinitiative des Landes. Insgesamt erhalten die Hochschulen jährlich rund 20 Millionen Euro, um ihre Spitzenforschung zu unterstützen. Die neu verhandelten Zielvereinbarungen zwischen den Hochschulen und dem Wissenschaftsministerium gelten bis 2023.

Als „so dynamisch, innovativ und wettbewerbsfähig wie noch nie“ hat Wissenschafts-minister Wolf die rheinland-pfälzischen Hochschulen beschrieben. „Die Hochschulen haben ihre Forschungsstärken in den vergangenen Jahren klar herausgearbeitet und ausgebaut. Im Wettstreit der besten Hochschulen um herausregende Forscherinnen und -forscher sowie den wissenschaftlichen Nachwuchs, aber auch um Fördermittel sind sie heute erfolgreicher denn je. Damit sind sie gut gerüstet für die großen wissenschaftlichen Herausforderungen, die sich ihnen stellen. Die Forschungsinitiative hat sich hierbei als Erfolgskatalysator bewährt und wichtige Impulse geliefert. Es ist für die Hochschulen ein wichtiges und richtiges Signal, dass wir die Förderung fortsetzen und gemeinsam mit ihnen weiterentwickelt haben“, unterstrich Wolf bei der Unterzeichnung der Zielvereinbarungen.

„Mit der Forschungsinitiative 2019-2023 nehmen die rheinland-pfälzischen Hochschulen Kurs auf das neue Jahrzehnt. Bewährte und neue Forschungsverbünde werden sich dem nationalen und internationalen Wettbewerb stellen. Forschung braucht einen langen Atem. Die erweiterte Laufzeit trägt dem Rechnung und eröffnet zudem dem wissenschaftlichen Nachwuchs bessere Entfaltungsmöglichkeiten. Insgesamt also ein notwendiges und wichtiges Signal“, bekräftigt Prof. Dr. Michael Jäckel, Vorsitzender der Landeshochschulpräsidentenkonferenz und Präsident der Universität Trier.

„Gerade haben die Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Lübeck ihr 50jähriges Bestehen gefeiert. Dabei ist die Erfolgsgeschichte dieses Hochschultyps deutlich geworden, der mittlerweile über ein Drittel aller Studierenden in Deutschland ausbildet und auch in Bezug auf die angewandte Forschung deutlich zugenommen hat. Dies gilt auch für Rheinland-Pfalz, wo die Forschungsinitiative des Landes diesen Prozess dankenswerterweise unterstützt, auch wenn wir uns hier noch mehr erhoffen“, so Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz und stellvertretender Vorsitzender der Landeshochschulpräsidentenkonferenz Rheinland-Pfalz, der die Hochschulen für angewandte Wissenschaften des Landes vertritt.

„Die Bilanz unserer Hochschulen ist beeindruckend“, so Minister Wolf. Die Forschungsinitiative habe dazu beigetragen, die Profile der rheinland-pfälzischen Hochschulen deutlich zu schärfen. Wettbewerbserfolge um Fördermittel zeigten, dass Rheinland-Pfalz Spitzenpositionen ausbauen könne: „Von den 17 Sonderforschungsbereichen der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die aktuell an rheinland-pfälzischen Hochschulen gefördert werden, sind seit 2016 - mit Unterstützung der Forschungsinitiative - sieben neue in den profilbildenden Forschungsfeldern Natur-, Lebens- und Ingenieurwissenschaften sowie der Medizin an den Universitäten in Kaiserslautern und Mainz entstanden.“

Die rheinland-pfälzischen Hochschulen suchen dort Antworten auf wichtige gesellschaftliche Fragen: Wie schützt sich unser Erbgut vor den Folgen schädlicher Umwelteinflüsse, die beispielsweise Krebs oder Alterungsprozesse auslösen? Welche Faktoren beeinflussen die Fähigkeit von Pflanzen, sich auf ändernde Umweltbedingungen wie Klimawandel und Dürre einzustellen? Welche Mechanismen schützen manche Menschen davor, nach Stresserfahrungen psychisch zu erkranken?

„Wie erfolgreich die Philosophie der Forschungsinitiative ist, zeigt sich auch daran, dass die Hochschulen in den vergangenen zehn Jahren die eingeworbenen Drittmittel auf 244,3 Mio. Euro in 2017 fast verdoppelt haben“, so Wolf weiter. Auch wertet der Minister die Überführung von Landesforschungseinrichtungen in die Bund-Länder-Finanzierung, die Berufung von Spitzenpersonal an Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes sowie der Ausbau strategischer Kooperationen als beachtliche Entwicklungen der letzten Jahre.

Die rheinland-pfälzischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sind ein Garant für praxisnahe Forschung. Sie agieren dabei orientiert an individuellen und regionalen Bedarfen ihrer Kooperationspartnerinnen und -partner, was den spezifischen Bedürfnissen kleiner und mittlerer Unternehmen in Fragen der Forschung und Entwicklung zu Gute kommt. Regelmäßige Erfolge beispielsweise in den Förderprogrammen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sind zudem ein Beleg für ihre Leistungsfähigkeit in der Forschung.

„Einen besonderen Stellenwert genießt der wissenschaftliche Nachwuchs in Rhein-land-Pfalz. Von den elf Graduiertenkollegs, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft an den vier Universitäten fördert, sind einmal Hochschulen aus Kanada und zweimal aus den USA eingebunden. Ferner sind seit 2016 sechs neue Graduiertenkollegs in die Förderung aufgenommen worden. Auch hier erweist sich die gemeinsam von Land und Hochschulen getragene Philosophie der Forschungsinitiative als sehr erfolgreich“, so der Minister.

Die thematischen Schwerpunkte der Graduiertenkollegs sind vielfältig. Sie spannen sich beispielsweise von den Umweltwissenschaften an der Universität Koblenz-Landau bis hin zu speziellen Themen in der Mathematik an der Universität Trier. Während man sich in Mainz beispielsweise einem Schwerpunkt in der Byzanz-Forschung widmet, wird in Kaiserslautern rund um die Fabrik der Zukunft geforscht.

Graduiertenkollegs leisten einen wertvollen Beitrag zur Internationalisierung der Ausbildung von Doktorandinnen und Doktoranden und tragen zur internationalen Sichtbarkeit unserer vier staatlichen Universitäten sowie des Wissenschaftslands Rheinland-Pfalz bei.

„Der bottom up-Ansatz zeigt an den rheinland-pfälzischen Hochschulen breite Akzeptanz. Wir entwickeln die Forschungsinitiative aus der Wissenschaft heraus“, so der Minister abschließend.