Wissenschaftsminister Konrad Wolf: „Universitätskliniken müssen angemessen finanziert werden!“

Auf Einladung der Kultusministerkonferenz (KMK) trafen gestern die Wissenschaftsministerinnen und -minister der Länder den Verband der Universitätsklinika Deutschlands e.V. (VUD) und den Präsidenten des Medizinischen Fakultätentages (MFT), um über die Situation und Finanzierung der Universitätsklinika zu sprechen. Gemeinsam hob man die besondere Bedeutung der Vorsorgeinfrastruktur der Universitätskliniken in der Pandemie-Bekämpfung hervor und forderte eine auskömmliche Finanzierung.

„Die Expertise und die Versorgungskapazitäten unserer Mainzer Universitätsmedizin sind für uns unverzichtbar. Sie leistet hervorragende Arbeit.  Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass die Universitätskliniken Kapazitäten vorhalten, die im Ernstfall dringend gebraucht werden. Und doch wird seit langem deutlich, dass diese Vorhaltungen und Kapazitäten im Gesundheitssystem nicht ausreichend finanziert werden. Wir brauchen eine gute Lösung auf Bundesebene, um eine angemessene Finanzierung in und außerhalb von Pandemiezeiten zu ermöglichen“, so Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. „Der Bund muss in der Gesundheitsfinanzierung die besonderen Leistungen der Universitätskliniken in der Krankenversorgung stärker anerkennen und berücksichtigen.“

So forderten die Wissenschaftsministerinnen und Wissenschaftsminister aufgrund der Sondersituation durch die Pandemie, die Erlöse 2020 der Universitätskliniken mindestens auf dem Niveau von 2019 zu erhalten. Dies könnte entweder durch einen garantierten pauschalen Ausgleich oder durch ausreichende Ausfallentschädigungen erfolgen. Damit die Universitätskliniken ihre umfassenden Leistungen und Vorhaltungen auch in Zukunft aufrechterhalten können, sei eine nachhaltige angemessene Finanzierung der Hochschulmedizin im Gesundheitssystem notwendig. Außerdem sei es für die Zukunftsfähigkeit der Hochschulmedizin notwendig, dass die Uniklinika dauerhaft und umfassend aus dem Krankenhausstrukturfonds förderfähig werden und beim angekündigten „Zukunftsprogramm Krankenhäuser“ des Bundes angemessen berücksichtigt werden. 

Der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, erläutert: „Die Pandemie hat gezeigt, dass die Universitätsklinika viele Aufgaben der Daseinsfürsorge übernehmen. Diese sind im jetzigen Finanzierungssystem kaum berücksichtigt. In Zukunft sollten auch die Vorhaltungen für Notfälle ausreichend finanziert sein. Ebenso ist deutlich geworden, dass es an den Unikliniken hochkarätige Experten gibt, die in der Lage sind, in krisenhaften Situationen Politik und Bevölkerung zu beraten.