Weinkultur in Deutschland und Hüttenkultur im Pfälzerwald neues Immaterielles Kulturerbe

Die Kulturministerinnen und Kulturminister der Länder haben heute beschlossen, 18 Kulturformen und zwei Programme neu in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufzunehmen. Darunter sind auch die beiden von Rheinland-Pfalz eingereichten Anträge zur „Weinkultur in Deutschland“ und zur „Hüttenkultur im Pfälzerwald“. Die 2019 als immaterielles Kulturerbe ausgezeichnete „Wiesenbewässerung in den Queichwiesen zwischen Landau und Germersheim“ soll Teil eines multinationalen Antrags für die repräsentative Liste der UNESCO werden.

„Auch in der aktuellen Runde konnte Rheinland-Pfalz mit zwei Kulturformen punkten. So freue ich mich sehr, dass wir mit beiden Anträgen aus Rheinland-Pfalz erfolgreich sind“, so Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf. „Rheinland-Pfalz ist ein Kulturland. Das beweist auch die Aufnahme der Weinkultur und der Pfälzerwaldhütten-Kultur ins bundesweite Verzeichnis. Beide Kulturformen stehen für Rheinland-Pfalz und sind ein Stück Identität unseres Landes.“ 

„Wein prägt unser gesamtes Bundesland. Er prägt die Landschaft, die Traditionen sowie die Kultur unseres Landes. Er ist mehr als ein x-beliebiges Lebensmittel. Der Weinbau ist Teil unserer Lebensweise, er ist identitätsstiftend. Ohne den Weinbau und die damit verbundenen Traditionen wäre Rheinland-Pfalz ein anderes Land“, sagte Weinbauminister Dr. Volker Wissing.

Die „Weinkultur in Deutschland“ erfreut sich einer großen Bedeutung und stiftet Identität in weiten Teilen Deutschlands. So wird der Weinbau in Rheinland-Pfalz seit über 2000 Jahren betrieben. Das Wissen um die Produktion wurde über Jahrhunderte in den deutschen Weinbaugebieten weitergegeben und perfektioniert. Es setzt eine intensive Beschäftigung mit Natur als Ressource und Lebensraum voraus. Der Weinbau und zahlreiche damit in Zusammenhang stehende Einrichtungen, Ereignisse und Begebenheiten prägten in diesen Regionen einen wesentlichen Teil des kulturellen Lebens. Weinbruderschaften, Kultur- und Weinbotschafterinnen und -botschafter, aber auch Museen vermitteln die Bedeutung und Geschichte des Weinanbaus. Der Antrag wurde von der Deutschen Weinakademie gestellt.

Die „Hüttenkultur im Pfälzerwald“ befasst sich mit einem Kulturerbe, das fast ausschließlich vom Ehrenamt getragen wird. Über 80 Wanderheime, Raststätten und Schutzhütten werden vom Pfälzerwald-Verein mit rund 50.000 Mitgliedern, davon 3.000 aktiv ehrenamtlich Tätige, in rund 100 Ortsgruppen gepflegt und bewirtschaftet. Sie betreiben die Hütten und halten das 10.000 Kilometer umfassende Wegenetz im Pfälzerwald instand. Große Bedeutung kommt dem Erhalt und Schutz des Pfälzerwaldes als Natur- und Kulturraum zu. So vermitteln und leben die Mitglieder des Pfälzerwald-Vereins regionale Kultur, wie sie sich in der Mundart oder in bestimmen Gerichten zeigt. Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur verbindet sich so mit sozialem Engagement. Der Antrag zur Anerkennung als immateriellen Kulturerbe wurde durch den Pfälzerwald-Verein gestellt.

Ebenfalls beschloss die Kulturministerkonferenz, sich an der multinationalen Nominierung „Traditionelle Bewässerung“ zu beteiligen. So soll ein gemeinsamer Antrag mit Österreich, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz für die Repräsentative Liste der UNESCO verfasst werden. Hierbei soll auch das Immaterielle Kulturerbe „Wiesenbewässerung in den Queichwiesen zwischen Landau und Germersheim“ beteiligt werden, das bereits 2019 auf Vorschlag des Landes Rheinland-Pfalz in das bundesweite Verzeichnis aufgenommen worden war.

Das Verfahren für die nächste Runde zum immaterielle Kulturerbe beginnt ab dem 1. April 2021 mit dem Start der Bewerbungsphase. Mit einer Entscheidung ist im Frühjahr 2023 durch die Kulturministerkonferenz zu rechnen.