Studieren ohne Abitur: Dritter Platz bei Absolventinnen und Absolventen mit beruflicher Qualifikation

Rheinland-Pfalz gehört erneut zu den Spitzenreitern im Ländervergleich bei den Hochschulabsolvierenden ohne Abitur. Das ergaben die heute veröffentlichten Berechnungen des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), denen zufolge sich Rheinland-Pfalz bei der Anzahl an Absolventinnen und Absolventen ohne Abitur sogar verbesserte. Damit liegt das Land im bundesweiten Vergleich auf dem dritten Platz hinter Hamburg und Berlin. Schlossen 2018 noch 2,2 Prozent ihr Studium ohne ein vorheriges Abitur ab, steigerte sich der Anteil 2019 auf 2,4 Prozent.

„Es freut mich, dass wir im Bundesvergleich weiterhin mit einem Spitzenplatz aufwarten können. Das Land hat mit seiner Öffnung der Hochschulen für beruflich Qualifizierte Durchlässigkeit und echte Aufstiegschancen geschaffen und damit die duale Ausbildung und das Studium auf Augenhöhe gestellt. Dank guter Rahmenbedingungen und gezielter Unterstützungsangebote haben wir den Weg zu einem erfolgreichen Hochschulstudium deutlich erleichtert, insbesondere in unserem neuen Hochschulgesetz“, so Wissenschaftsminister Konrad Wolf. „Beruflich Qualifizierte können nun auch ohne zweijährige Berufstätigkeit ein Studium beginnen. Das ist ein weiterer Schritt, mehr Chancengerechtigkeit zu schaffen.“

Insgesamt stieg die Zahl der eingeschriebenen Studierenden ohne Abitur in Rheinland-Pfalz von 3360 auf 3555 an. Im bundesweiten Vergleich platzierte sich die rheinland-pfälzische Hochschule Koblenz bei der Zahl ihrer Studienanfängerinnen und Studienanfänger auf dem zweiten Platz der staatlichen Hochschulen und verbesserte sich somit um eine Position zum Vorjahr. Im Jahr 2019 hatten dort die meisten Studienanfängerinnen und Studienanfänger ohne Abitur ihr Studium in Rheinland-Pfalz begonnen. Auf dem vierten Platz im bundesweiten Vergleich lag die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ausschlaggebend für die bundesweite Platzierung ist, wie hoch der prozentuale Anteil der aufnehmenden Hochschule gemessen an allen beruflich qualifizierten Studienanfängerinnen und Studienanfänger in ganz Deutschland ist. 

„Wir ermöglichen einfache Zu- und Übergänge zwischen akademischer und beruflicher Bildung und haben damit die Türen der Hochschulen in Rheinland-Pfalz weiter geöffnet. Immer mehr junge Menschen nutzen diese Möglichkeiten. Das belegen uns heute die aktuellen Berechnungen des Centrums für Hochschulentwicklung. Jedem, der kann und will, soll die gesamte Bandbreite an Qualifizierungsmöglichkeiten offenstehen“, so Wolf.
Regelungen zum Einstieg beruflich Qualifizierter in ein Studium sind in Rheinland-Pfalz bereits seit 1996 gesetzlich verankert. Damit war Rheinland-Pfalz eines der ersten Bundesländer, das den Zugang für beruflich Qualifizierte zu einem Studium ermöglicht hat. Ziel war es, die rheinland-pfälzischen Hochschulen für Studierende ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung zu öffnen und damit die Durchlässigkeit des Studiums zu erhöhen. Dabei geht das Land mit seinen Zugangsregelungen auch deutlich über den von der Kultusministerkonferenz gesetzten Rahmen hinaus und nimmt damit bundesweit eine Vorreiterrolle ein.

Mit rund 64.000 Studierenden nutzen so viele Menschen wie noch nie in Deutschland die Möglichkeit, über ihre beruflichen Qualifikationen einen Studienplatz zu erhalten. Das entspricht einem Zuwachs um 1.750 Personen im Vergleich zum Vorjahr 2018 und einem Anteil von 2,2 Prozent an der gesamten Studierendenschaft. Die Zahl der Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen, die über den beruflichen Weg ins Studium gelangt sind, beträgt 8.500 und hat sich seit 2013 nahezu verdoppelt. Dabei entdecken zunehmend auch Frauen diesen Weg für sich. Dominierten 2015 noch die männlichen Erstsemester ohne Abitur, hat sich der Anteil weiblicher Erstsemester aktuell auf rund 49 Prozent gesteigert. Zu diesem Ergebnis kommen aktuelle Berechnungen des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Zugrunde gelegt wurden die Zahlen des Berichtsjahres 2019. 

Weitere Informationen zum Studium ohne Abitur in Rheinland-Pfalz finden sich auf der Plattform: www.studium-ohne-abitur-rlp.de