Staatssekretär Alt: „Land engagiert sich für starke Universitätsmedizin“

Mit einem offenen Brief und einer Demonstration haben Studierende der Human- und Zahnmedizin ihre Sorgen und Anregungen zur weiteren Entwicklung der Universitätsmedizin Mainz vorgetragen. Wissenschaftsstaatssekretär Denis Alt, der auch dem Aufsichtsrat der Universitätsmedizin vorsteht, nimmt diese sehr ernst: „Das Land engagiert sich für eine starke Universitätsmedizin. Hier teilen wir das Interesse der Studierenden. Im laufenden Doppelhaushalt 2019/2020 haben wir daher das Budget für Lehre und Forschung um jährlich 10 Millionen Euro erhöht. Außerdem haben wir einen intensiven Kommunikations- und Entscheidungsprozess mit den Verantwortlichen gestartet, die anstehenden Herausforderungen anzugehen. Gemeinsam mit dem Vorstand der Universitätsmedizin wollen wir die Universitätsmedizin fit für die Zukunft machen.“

So wies der Aufsichtsratsvorsitzende auf die Leistungsfähigkeit der Mainzer Universitätsmedizin in Forschung und Lehre hin, die sich durch Drittmittel, eingeworbene Sonderforschungsbereiche und die Anzahl der Studierenden belegen lasse. Hinzu kommen erfolgreiche Ausgründungen und Institutsgründungen. Diese Erfolge seien den zunehmend größeren Kraftanstrengungen der Beschäftigten der Universitätsmedizin zu verdanken.

Schwerpunkt der Investitionen des Landes sei die bauliche Erneuerung des Universitätsmedizin-Campus. So läuft aktuell der Neubau der Klinisch-Theoretischen Institute (KIT) mit einem Volumen von ca. 45,2 Mio. Euro, der Zahn-, Mund- und Kieferklinik (70,9 Mio. Euro) und der Transfusionszentrale inklusive der Schule der medizinisch-technischen Laborassistentinnen und -assistenten (29,7 Mio. Euro). Als neue Baumaßnahmen kommen demnächst der Neubau des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen (74,7 Mio. Euro) und des Herzklappenzentrums (42,6 Mio. Euro) hinzu. Das Standortentwicklungskonzept zur Zukunft des Gesamtcampus wird Anfang des Jahres in Auftrag geben, das eine Bedarfsplanung für das medizinische Zielkonzept enthalten und eine Standortempfehlung geben soll. Es wird angestrebt, erste, belastbare Ergebnisse bis Ende 2020 vorzulegen. „Für das Land hat die bauliche Erneuerung der Universitätsmedizin eine hohe Priorität. Damit investiert das Land massiv in eine weitere Steigerung der baulichen Attraktivität der Universitätsmedizin“, verdeutlicht Staatssekretär Alt.

Für zusätzliche Studienplätze hat das Land im laufenden Doppelhaushalt 2019/2020 auf der Basis der durchschnittlichen Kosten weitere Mittel bereitgestellt, um zusätzliche Studienplätze in der Humanmedizin zu finanzieren. Hierfür werden insgesamt ca. 950.000 Euro zur Verfügung gestellt. Mit diesen Mitteln kann die Universitätsmedizin z. B. Lehrpersonal einstellen. Bis 2021 soll die Anzahl der Studienplätze um 13 Prozent von Beginn der Legislaturperiode erhöht werden. Eine Erhöhung der Studienplatzzahlen im Studiengang Zahnmedizin ist nicht vorgesehen und zudem auch nicht erforderlich, da im Bereich zahnmedizinischer Leistungen eine ausreichende Versorgung bestehe.

Mainz ist hinsichtlich der Studienanfängerzahlen der drittgrößte Studienstandort für Medizin bundesweit. So ist die Mainzer Universitätsmedizin z. B. bei den Professuren gut ausgestattet, um die Studierenden auszubilden. Mit über 140 Köpfen verfügt sie im Vergleich mit zu den Unikliniken Tübingen, Köln, Göttingen und Freiburg über die meisten Professorinnen und Professoren, wobei andere Hochschulstandorte mit weniger professoralem Personal absolut mehr Studierende betreuen müssen. „Die Organisation von Lehre, Forschung und Krankenversorgung ist Aufgabe von Vorstand und Dekanat. Hierfür erhält sie jährlich ca. 69 Mio. Euro Betriebsmittel für Forschung und Lehre und nochmals 25,5 Mio. Euro aus dem Budget der Johannes Gutenberg-Universität. In vielen Punkten der Studierenden ist die Selbstverwaltung der Hochschule gefordert“, so Alt.

Das Land unterstützt auch in der Zahnmedizin die deutliche Verbesserung der Lehr- und Lernsituation. So investiert die Landesregierung aktuell über 70 Mio. Euro in den Neubau einer Zahn-, Mund- und Kieferklinik. Der Rohbau ist aktuell in der Erstellung. Mit dem Neubau entsteht eine hoch attraktive Ausbildungsstätte für die künftigen Zahnärztinnen und Zahnärzte. Es ist geplant, das Gebäude 2022 fertigzustellen. In der Klinik und den Polikliniken für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten (ZMK) wurden vor wenigen Monaten über 195.000 Euro in neue Behandlungsstühle investiert. Die rückläufige Zahl der Patientinnen und Patienten, die sich für eine zahnmedizinische Behandlung durch Studierende im Rahmen des Studiums und der Staatsexamensprüfungen zur Verfügung stellen, erklärt die Universitätsmedizin durch ein ausreichendes Angebot an zahnmedizinischen Leistungen niedergelassener Zahnärztinnen und Zahnärzte im Umfeld.

Der Vorstand der Universitätsmedizin hat die bessere digitale Ausstattung für die Forschung und Lehre bereits angegangen. Bis März 2020 sollen Vorlesungs- und Studienräume mit WLAN für Studierende und Lehrende ausgestattet werden.

Staatssekretär Denis Alt erklärt abschließend: „Wir arbeiten gemeinsam mit Vorstand und den Verantwortlichen, die Universitätsmedizin voran zu bringen. Gern wollen wir mit den Studierenden das Gespräch suchen, um auch Ihre Anregungen in den laufenden Prozess mitaufzunehmen. Hierzu laden wir gern zu einem Gespräch mit dem für Forschung und Lehre zuständigen wissenschaftlichen Vorstand kurzfristig ein.“