Rund 1 Million Euro für Fraunhofer IMM – Land fördert die schnelle Infektionsdiagnostik

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf hat in Mainz den Förderbescheid an Prof. Dr. Michael Maskos, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Mikrotechnik und Mikrosysteme (IMM) übergeben. Die Landesmittel werden zur Durchführung des Vorhabens „MIKRO-DETECT“ zur Verfügung gestellt, in dem die ultraschnelle Erregerdiagnostik zur Bekämpfung pandemischer Gefahren im Mittelpunkt steht.

„Die aktuelle Covid-19-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen und fordert vielfältige Entbehrungen. Um die Ausbreitung des Virus zu kontrollieren, Infektionen festzustellen und Quarantänemaßnahmen zu begrenzen, kann der Einsatz eines PCR-Tests ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Normalität sein. Er bietet zweifellos die Möglichkeit zu einer breiten, schnellen und trotzdem maximal spezifischen und zuverlässigen Vor-Ort-Testung auf den Erreger. Nach aktuellem Kenntnisstand ist das PCR-Testverfahren dabei der Gold-Standard für eindeutige und zuverlässige Ergebnisse. Geschwindigkeit, Kosten und Handhabung sind dagegen noch nicht weit genug optimiert. Genau an der Stelle setzen wir mit unserer Förderung des Projekts ‚Mikro-Detect‘ an. Das Fraunhofer IMM ist für das Land Rheinland-Pfalz seit vielen Jahren ein wichtiger Forschungspartner“, betonte der Minister, der sich vor Ort über den aktuellen Entwicklungsfortschritt informierte.

Für das Projekt MIKRO-DETECT wird ein bereits vom Fraunhofer IMM realisiertes System zum automatisierten Nachweis viraler Infektionserreger optimiert. Entwickelt wird ein PCR-Test, der in der Lage sein wird, einen bestimmten Erreger in der Probe eines Patienten mit einem Zeitbedarf von perspektivisch weniger als 15 Minuten mit einer marktüblichen Zuverlässigkeit zu erkennen. Dabei stehen eine maximal einfache Handhabung, die automatische Zuführung der Patientenprobe und die Massenproduzierbarkeit der Testkartuschen im Vordergrund, so dass ein breiter und kostengünstiger Einsatz vor Ort erreicht werden kann.

„Die aktuelle Pandemielage zeigt deutlich, welchen Stellenwert die angewandte Forschung zu Recht in unserer Gesellschaft besitzt. Durch dieses Projekt können wir unsere Entwicklungsarbeiten in einem für die Menschen extrem wichtigen Feld entscheidend voranbringen, der Infektionsdiagnostik. Die Ergebnisse werden uns helfen auf zukünftige pandemische Ereignisse wesentlich schneller reagieren zu können. Wir sind dem Wissenschaftsministerium sehr dankbar für die verlässliche Unterstützung, ohne die so manche großen Schritte in die Zukunft entweder sehr viel länger dauern oder am Ende dann doch deutlich kleiner ausfallen würden“, so Prof. Dr. Michael Maskos, Institutsleiter des Fraunhofer IMM.

Gerade der Aspekt der einfachen Handhabung stellt eine besondere Herausforderung dar. Dafür ist sowohl die automatische Einbringung der Probe in die Testkartusche als auch die automatische Durchführung der eigentlichen Nachweisreaktion erforderlich, um die Zahl der händischen Schritte auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Gelöst wird das in beiden Fällen durch den Einsatz der sogenannten Mikrofluidik, mit deren Hilfe kleinste Substanzmengen extrem präzise bewegt werden können.

„Die Kompetenz des Fraunhofer IMM, Mikrosystemtechnik als Schlüsseltechnologie in die Anwendung zu überführen, ist für die erfolgreiche Realisierung des Vorhabens von entscheidender Bedeutung“, so der Wissenschaftsminister abschließend.