Rheinland-Pfalz erhöht Medizin-Studienplätze um 13 Prozent

Im Nachgang zur Berichterstattung von „Zur Sache Rheinland-Pfalz“ weist das Wissenschaftsministerium nochmals darauf hin, dass die Landesregierung Rheinland-Pfalz die Anzahl der Medizin-Studienplätze innerhalb der laufenden Legislaturperiode auf rund 450 Studienanfängerplätze pro Jahr erhöht. Gegenüber dem Studienjahr 2016 (392 Studienplätze) bedeutet dies eine Steigerung um rund 13 Prozent. Mainz ist und bleibt damit der Hochschulstandort mit der bundesweit dritthöchsten Zahl an Medizinstudienplätzen.

Der für die medizinische Versorgung notwendige Bedarf an ärztlichem Personal ist abhängig von vielen Faktoren. Dazu gehörten die Versorgungsstrukturen des Gesundheitswesens, beispielsweise mit Blick auf die Delegation ärztlicher Leistungen, aber auch die schlichte Frage, wie viele der vorhandenen Medizinerinnen und Mediziner in der Versorgung in einer bestimmten Region tätig werden. Auch gesellschaftliche Entwicklungen wir die Inanspruchnahme medizinischer Leistung oder die stärkere Inanspruchnahme von Teilzeit spielen eine Rolle. Diese Variablen beeinflussen die Frage wie viel Personal notwendig ist, um den Nachwuchs zu sichern. Darauf weisen auch der Medizinischen Fakultätentag und die Bundesvereinigung der Medizinstudierenden in einer gemeinsamen Stellungnahme vom 15. November 2019 hin.

Die Menge an Medizinstudierenden ist nur eine der vielen miteinander verknüpften Variablen in diesem System. Allerdings erkennt das Land an, dass zur Sicherung des ärztlichen Nachwuchses alle Eingangsgrößen berücksichtigt werden und hat deshalb die Erhöhung der Medizinstudienplätze angekündigt. Damit leistet das Wissenschaftsministerium einen wichtigen Beitrag, die ärztliche Versorgung auf einem hohen Niveau zu erhalten.

Die Erhöhung der Medizin-Studienplätze ist ein Teil der „Landarzt-Offensive“ der Landesregierung, die die Sicherung einer bedarfsgerechten gesundheitlichen Versorgung der Menschen im Land zum Ziel hat. Die Offensive umfasst insbesondere die Einführung einer Landarztquote und die Regionalisierung der Mediziner-Ausbildung. Mit diesen und weiteren Maßnahmen z.B. im Bereich der telemedizinischen Versorgung tritt die Landesregierung einem drohenden Ärztemangel konsequent entgegen.

Das neue Landesgesetz zur Sicherstellung der ärztlichen Grundversorgung in Rheinland-Pfalz reserviert Studienplätze für Studienbewerberinnen und -bewerber, die ein besonderes Interesse für die Fachrichtungen der Allgemeinmedizin und des öffentlichen Gesundheitswesens hegen. Die Bewerberinnen und Bewerber verpflichten sich vor Antritt ihres Medizinstudiums, im Anschluss daran eine allgemeinmedizinische Facharztausbildung zu wählen und zehn Jahre als Hausärztin oder Hausarzt in ländlicheren Regionen von Rheinland-Pfalz tätig zu sein.

Für das Wintersemester 2020/2021 startet die Regionalisierung der Universitätsmedizin Mainz. Zunächst werden 30 Medizinstudierende für das zehnte Semester freiwillig nach Trier wechseln und das Praktische Jahr in einem der kooperierenden Krankenhäuser, dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier und dem Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen Trier, absolvieren. Die Kooperation bringt der Universitätsmedizin Mainz eine Entlastung im klinischen Studienabschnitt, den Krankenhäusern in Trier eine neue Form der Nachwuchssicherung. Der Medizin-Campus Trier soll auch dazu beitragen, dass ausgebildete Ärzte nach ihrem Studium in der Region Trier bleiben und damit die regionale Fachkräftesicherung unterstützen.