Hochschulstrukturreform: Landesregierung und Hochschulen gemeinsam für Neuausrichtung und Aufwertung der Wissenschaftslandschaft in Kaiserslautern, Landau und Koblenz

„Gemeinsam wollen die Landesregierung und die Leitungen der TU Kaiserslautern und der Universität Koblenz-Landau die Universitäten in eine gute Zukunft führen und die in einer Hochschulstrukturreform liegenden Chancen nutzen. Der Prozess der Umstrukturierung wird gemeinsam und in gegenseitigem Respekt gestaltet und aktiv nach vorne getrieben“, sind sich Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf sowie Prof. Dr. Helmut J. Schmidt, Präsident der Technischen Universität Kaiserslautern, Prof. Dr. May-Britt Kallenrode, Präsidentin der Universität Koblenz-Landau, und für den Standort Landau Vizepräsidentin Prof. Dr. Gabriele E. Schaumann einig.

Im Norden von Rheinland-Pfalz eröffnen sich für die Universität Koblenz neue Chancen durch intensivierte Kooperationen mit regionalen Akteuren. Durch die zusätzliche Sichtbarkeit können Studieninteressierte, wissenschaftlicher Nachwuchs und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überregional und international ge-wonnen werden und durch ihre Forschungsleistung zusätzlich in die Region hineinwirken. Im Süden des Landes entsteht eine sehr gut positionierte und interdisziplinär aufgestellte Rheinland-Pfälzische Technische Universität mit einem Campus in Kaiserslautern und einem Campus in Landau. Gemeinsam hat diese TU das breite Fächerspektrum einer modernen Technischen Universität mit einer starken Lehrer- und Lehrerinnenbildung. Außerdem ist sie über die Einbindung von Instituten der Max Planck und Fraunhofer Gesellschaft sowie des DFKI und anderer Institute von nationaler und internationaler Bedeutung ein wichtiger Partner für die Wirtschaft unseres Bundeslandes. Gemeinsam wollten Landesregierung und Hochschulleitungen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Universitäten gut positioniert sind, um den Herausforderungen einer dynamischen Entwicklung in Wissenschaft und Gesellschaft, der Konkurrenz um Studierende, Rankings und Drittmittel zu bewältigen und auf gesellschaftliche Bedarfe einzugehen und ihre Funktion als Impulsgeber in den jeweiligen Regionen wahrzunehmen.

Die im Februar dieses Jahres vom Ministerrat beschlossene Hochschulstrukturreform der Universitäten Kaiserslautern und Koblenz-Landau soll bis zum 1. Januar 2023 umgesetzt werden. Diese Übergangszeit wird als Entflechtungs- und überlappende Aufbauphase genutzt werden. So das Ergebnis der gemeinsamen und intensiven Gespräche zwischen Landesregierung und Hochschulleitungen. Auf dieser Grund-lage wird das Wissenschaftsministerium in Kürze einen Gesetzesentwurf vorlegen.

„Ich freue mich, dass wir zusammen ein Modell der Neuausrichtung in guten Gesprächen entwickeln konnten. Das Land wird dazu einen gesetzlichen Rahmen vorgeben, der den Hochschulen große Freiräume lässt, eine zukunftsweisende Ausgestaltung der Strukturreform umzusetzen“, sagte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. 

„Landesregierung und Hochschulen haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen die neuen Universitäten bestmöglich aufstellen. Die neue Struktur sei auch eine wichtige Anpassung an internationale Standards in der Wissenschaftslandschaft und die neuen gesellschaftlich-technischen Herausforderungen und könne ein Meilenstein sein, um Spitzenforschung und innovative Startups in Rheinland-Pfalz weiter deutschlandweit und international zu positionieren“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Das Modell der Neuausrichtung sieht vor, zum 1. Januar 2023 eine selbständige Universität Koblenz und eine Rheinland-Pfälzische Technische Universität mit den beiden Campus Kaiserslautern und Landau zu schaffen. Bereits im kommenden Jahr sollen vorbereitende Universitätsgremien gebildet werden, um die zukünftigen Grundordnungen und inhaltlichen Ausrichtungen für die neuen Universitäten zu erarbeiten. Im Anschluss an die Aufbauphase ist vorgesehen, dass sich die Rheinland-Pfälzische Technische Universität mit einem gemeinsamen Senat sowie mit einer Präsidentin bzw. einem Präsidenten und zwei Vizepräsidentinnen bzw. Vizepräsidenten bildet. Sollte für Kaiserslautern und Landau eine längere Aufbauphase notwendig sein, würde diese auf Grundlage des Umstrukturierungsgesetzes um zwei Jahre verlängert werden. In dieser möglichen Verlängerung besäßen die Standorte Landau und Kaiserslautern eine hohe Autonomie, die sich durch eigene Campus-senate und Campuspräsidenten abbilde. Gleichzeit würde die gesamte Universität über eine gemeinsame Verwaltung und ein gemeinsames Präsidium verfügen. 

„In einem gemeinsamen Prozess haben die Universitäten mit dem Land einen Weg gefunden, den Hochschulen einen möglichst großen Einfluss auf die künftige Ausgestaltung zu geben. Das erarbeitete Modell steht dafür. Gleichzeitig schaffen wir mit der Festlegung der Rahmenstruktur die notwendige Klarheit und Planungssicherheit“, erläutert Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. „Das Ziel der Hochschulstrukturreform ist eine Stärkung des Wissenschaftslandes Rheinland-Pfalz und insbesondere der Universitätsstandorte Kaiserlautern, Koblenz und Landau. Ich bin mir sicher, dass diese Reform ein Erfolg für die Universitäten und die Regionen wird, wenn wir die Möglichkeiten beherzt ergreifen.“

„In einigen Schlüsselgesprächen hat die TU Kaiserslautern den Prozess der Neuausrichtung und Aufwertung der Wissenschaftslandschaft bezogen auf Kaiserslautern und Landau jetzt maßgeblich mitgestaltet. Von großem Wert war dabei die Beratung durch die externen Experten. Die Zielstruktur ist nun eine technische Universität mit zwei Standorten als Rheinland-Pfälzische Technische Universität. Darin sehe ich Chancen für Kaiserslautern. Wir wissen, es ist ein ambitioniertes Ziel, setzen aber gerade deshalb auch auf die Unterstützung des Landes für den Zeitraum der Doppelbelastung in Verwaltung und Wissenschaft“, erklärt Prof. Dr. Helmut J. Schmidt, Präsident der TU Kaiserslautern. 

"Das jetzt gemeinsam erarbeitete und getragene Modell gibt uns Planungssicherheit und Gestaltungsspielräume. Damit werden wir neue Gremien und Strukturen entwickeln, so dass sich unter dem Dach einer Universität einerseits der Standort Koblenz als Rechtsnachfolge der Universität Koblenz-Landau entwickeln und profilieren kann und andererseits der Standort Landau eine hohe Autonomie zur Gestaltung einer gemeinsamen Entwicklung mit Kaiserslautern erhält", erläutert die Präsidentin der Universität Koblenz-Landau, Prof. Dr. May-Britt Kallenrode. "Bereits in dieser Phase neue Strukturen erproben zu können, gibt Koblenz zusätzliche Möglichkeiten zur Entwicklung einer modernen, der Region zugewandten Universität. Mit dieser Planungssicherheit werden wir jetzt zügig einen von breiter Beteiligung getragenen Aufbauprozess für die zukünftige Universität Koblenz beginnen," so Prof. Kallenrode. 

„Die neue Technische Universität erhält durch die ausgewiesenen Expertisen des Campus Landau ein Alleinstellungsmerkmal unter den Technischen Universitäten Deutschlands mit dem Fächerspektrum einer modernen TU für die Gesellschaft und die Wirtschaft. Gemeinsam mit der Technischen Universität Kaiserslautern und dem Land Rheinland-Pfalz werden wir zügig Kooperationspotenziale identifizieren und bereits jetzt gemeinsame Projekte in Forschung und Lehre angehen. Hierbei ist auf eine angemessene Ausstattung Landaus als Teil der neuen Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität zu achten“, erklärt die Vizepräsidentin der Universität Koblenz-Landau, Prof. Dr. Gabriele E. Schaumann, für den Standort Landau. „Unsere Erfahrungen in der effizienten interdisziplinären Zusammenarbeit in Forschung und Lehre werden ein wesentlicher Beitrag zum Gelingen sein. Um den Prozess wie gemeinsam vereinbart zu beschleunigen, soll der Campus Landau mit Unterstützung des Landes schon zu Jahresbeginn sprech- und handlungsfähig werde. Vor diesem Hintergrund gehen wir die vielfältigen Herausforderungen gemeinsam tatkräftig an und vertrauen dabei auf die zugesagte Unterstützung für Verwaltung und Wissenschaft durch das Land“, so Prof. Schaumann weiter. 
 

Eckpunkte zur Zukunft der Universität Koblenz-Landau und der TU Kaiserslautern